Frauenarbeit: Ehrenamtliche Pflege auf Pension anrechnen

"Die Leidenswoche Christi hat etymologisch mit der Sorge- und Pflegearbeit zu tun", stellt Barbara Heyse-Schaefer, Direktorin der Evangelischen Frauenarbeit, fest. Foto: epd/Uschmann
"Die Leidenswoche Christi hat etymologisch mit der Sorge- und Pflegearbeit zu tun", stellt Barbara Heyse-Schaefer, Direktorin der Evangelischen Frauenarbeit, fest. Foto: epd/Uschmann

Heyse-Schaefer: „Zusammenhang zwischen Care und Karwoche“

Wien (epdÖ) – Die Evangelische Frauenarbeit in Österreich (EFA) fordert eine Anrechnung von ehrenamtlichen Pflegezeiten auf die Pension sowie geregelte Arbeitszeiten und faire Löhne für Menschen in Pflegeberufen.

In einer Presseaussendung weist die EFA auf den Zusammenhang von „Care-Arbeit“ und der Bedeutung der Karwoche hin. Care – im Sinne von sich kümmern, versorgen, pflegen – umschreibe ein weites Feld an Tätigkeiten: von der Erziehungs- und Pflegearbeit im privaten Bereich über solche in Schulhorten, Krankenhäusern, Pflegediensten bis zur durch Zeitmangel immer schwieriger werdenden Selbstsorge.

„Die Leidenswoche Christi hat etymologisch mit der Sorge- und Pflegearbeit zu tun“, stellt Barbara Heyse-Schaefer, Direktorin der Evangelischen Frauenarbeit, fest. Das englische Wort „care“ in der Bedeutung von „Sorge haben, trauern, sich einer Sache annehmen“ gehe auf dieselbe indogermanische Wurzel zurück wie der erste Teil des Begriffs Karwoche, der sich aus dem Althochdeutschen „cara“ in der Bedeutung von Klage, Kummer und Trauer entwickelt hat. „Es sind die Frauen, die Jesus in der Karwoche begleiten und nicht fliehen. Sie salben Jesus und stehen ihm beim Sterben bei. Sie klagen um ihn und kümmern sich um seinen Leichnam. Ebenso sind es die Frauen, die die Sorge- und Pflegearbeit schlecht oder unbezahlt in unserer Gesellschaft übernehmen. So haben die Frauen damals wie heute ihren festen Platz in der Karwoche“, erklärt Heyse-Schaefer.

ISSN 2222-2464