Flüchtlingsdrama: Bünker fordert legale Zugänge nach Europa

Legale Zugänge zum Asylwesen fordert Bischof Michael Bünker angesichts der Flüchtlingstragödie auf der A4. Das sei der einzige Weg, dem Schlepperwesen den Boden wegzuziehen. Foto: Stroux
Legale Zugänge zum Asylwesen fordert Bischof Michael Bünker angesichts der Flüchtlingstragödie auf der A4. Das sei der einzige Weg, dem Schlepperwesen den Boden wegzuziehen. Foto: Stroux

Fehlen eines gemeinsamen Vorgehens in Europa hat tödliche Auswirkungen auf Schutz suchende Menschen

Wien (epdÖ) – Tief erschüttert von der Flüchtlingstragödie auf der A4 zeigt sich der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker: „Mitten unter uns hat der grausame Tod diese Menschen getroffen. Tausende sind vielleicht schon seit Tagen ahnungslos an dem Lkw vorbeigefahren.“ Jetzt sei es dringend an der Zeit, sich der Realität zu stellen, „weil sich nicht nur in fernen Ländern, vor Lampedusa oder Kos, sondern mitten unter uns zeigt: Das Fehlen eines gemeinsamen Vorgehens Europas hat tödliche Auswirkungen auf Schutz suchende Menschen.“

Der Bischof fordert legale Zugänge zum Asylwesen und legale Zugänge nach Europa. Das sei der einzige Weg, dem Schlepperwesen den Boden wegzuziehen. Allein durch die weitere Abschottung der „Festung Europa“ und die Verschärfung der Verfolgung von Schlepperei werde kein Mensch, der in Europa Schutz vor Krieg sucht, abgehalten. Vielmehr würden nur die Preise steigen und das Risiko, auf der Flucht in Lebensgefahr zu geraten. Bünker: „Wir sind es den Toten von Parndorf schuldig, dass sie in würdiger Weise und in ihrer religiösen Tradition eine letzte Ruhestätte finden.“ Wenn möglich, so der Bischof, sollten ihre Angehörigen ausgeforscht und eingeladen werden.

Am Donnerstagvormittag, 27. August, waren 71 tote Flüchtlinge in einem abgestellten Lkw auf der burgenländischen A4 bei Parndorf entdeckt worden.

ISSN 2222-2464