Flüchtlinge: „Religionsdialog“ im Bundeskanzleramt

Vertreter der Glaubensgemeinschaften waren am 20. August zu Gast beim "Religionsdialog" im Bundeskanzleramt, zu dem Bundeskanzler Werner Faymann eingeladen hat. (Foto: BKA/Andy Wenzel)
Vertreter der Glaubensgemeinschaften waren am 20. August zu Gast beim „Religionsdialog“ im Bundeskanzleramt, zu dem Bundeskanzler Werner Faymann eingeladen hat. (Foto: BKA/Andy Wenzel)

Faymann: „Religionen fördern gesellschaftlichen Zusammenhalt“

Wien (epdÖ) – Europäische Werte der Humanität und Solidarität dürfen bei der Flüchtlingsfrage „nicht nur in Sonntagsreden beschworen“ werden, sondern müssen sich in Hilfe für Notleidende konkret bewähren, so der Grundtenor beim „Religionsdialog“, zu dem Bundeskanzler Werner Faymann am 20. August ins Bundeskanzleramt eingeladen hatte. Teilgenommen haben hochrangige Vertreter der christlichen Kirchen, darunter Bischof Michael Bünker, Landessuperintendent Thomas Hennefeld und Superintendent Lothar Pöll,  Vorsitzender des Ökumenischen Rats der Kirchen in Österreich, Kardinal Christoph Schönborn sowie Vertreter von Judentum, Islam sowie anderen in Österreich anerkannten Religionsgemeinschaften. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie dem stark angestiegenen Zustrom an Asylwerbern bestmöglich begegnet werden kann.

Schönborn betonte im anschließenden kurzen Pressegespräch die Verantwortung aller Teile der Gesellschaft bei dieser „in diesem Ausmaß alle überraschenden“ Herausforderung. Er sehe langsame, aber stetige Fortschritte im Zusammenwirken von Gebietskörperschaften, NGOs und Religionsgemeinschaften: Man erkenne zusehends, dass es zu nichts führe, einander „den Schwarzen Peter zuzuschieben“. Alle hätten sich um Lösungen zu bemühen, seitens der Kirchen sei in den vergangenen Wochen vieles geschehen – manches davon auch unbemerkt von der medialen Öffentlichkeit.

Kanzler Faymann dankte für die schon zur Tradition gewordene Gelegenheit, dass sich Vertreter von Politik und Religionen über grundsätzliche Fragen austauschen. Faymann nannte es eine „österreichische Besonderheit“, dass die Religionen hierzulande gut zusammenarbeiten und den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern. Davon profitiere er auch als Bundeskanzler, zumal es genug andere gesellschaftliche Kräfte gebe, die Hass und Zwietracht auf ihre Fahnen schrieben.

Bereits im vergangenen Sommer hatte Bundeskanzler Faymann zu einem „Religionsdialog“ in das Bundeskanzleramt eingeladen. Unmittelbarer Anlass war damals ein gewalttätiger antisemitischer Vorfall bei einem Fußballspiel in Bischofshofen.

ISSN 2222-2464