Fischer empfing Hilfsorganisationen

Hilfsaktion für Sudan und Aktion am Nationalfeiertag geplant

Wien, 15. Juli 2004 (epd Ö) – Vertreter von Caritas, Diakonie und Volkshilfe waren am Freitag, 9. Juli, die ersten Gäste des neuen Bundespräsidenten Heinz Fischer. Er löste damit ein Wahlversprechen ein. Fischer hatte angekündigt, an seinem ersten Amtstag mit karitativen Einrichtungen zusammentreffen zu wollen. Nach einem rund 40-minütigen Gespräch wurden auch einige konkrete Pläne geäußert.

Angedacht ist laut Fischer, eine gemeinsame Aktion für den Sudan zu starten, wo eine „schreckliche humanitäre Situation“ herrsche. Ebenfalls andiskutiert worden sei eine Initiative für den Nationalfeiertag am 26. Oktober. Möglich seien etwa Auszeichnungen für sozial engagierte Menschen, präzisierte Volkshilfe-Präsident Josef Weidenholzer später gegenüber Journalisten.

Fischer wollte das Gespräch jedenfalls als Einstieg in die „Materie“ verstanden wissen. Er möchte den Dialog auch mit anderen Hilfsorganisationen suchen. Er wolle zeigen, dass die Gesellschaft „auf zwei Beinen“ stehe, dass neben dem wirtschaftlichen auch der soziale Aspekt zu beachten sei.

Nach dem Sommer möchte er die Hilfseinrichtungen auch besuchen. Angesichts der Staatstrauer für seinen verstorbenen Amtsvorgänger Thomas Klestil wurde jetzt davon abgesehen. Angekündigt wurde von Fischer auch ein Gespräch mit Sozialminister Herbert Haupt (F), in dem er diesem über das „große Ausmaß an good will“ bei den NGOs berichten wolle.

Die Hilfsorganisationen zeigten sich durchwegs erfreut über das „Signal“, das Fischer setze, indem er gleich am Beginn seiner Amtszeit auf die Wichtigkeit von sozialem Engagement hinweise. Es gebe in der Zweite Republik einen „Grundkonsens“, dass niemand in der Gesellschaft „verloren gehen darf“, sagte Diakonie-Direktor Michael Chalupka. Fischer sei „oberster Schutzherr dieses Grundkonsenses“. Chalupka zeigte sich erfreut, dass das erste Gespräch bereits in konkrete Ergebnisse mündete.

Für Caritas-Präsident Franz Küberl war der Besuch ein „gutes Zeichen“ für jene, „denen es nicht so gut geht“. Er sei froh, dass Fischer die Tradition seiner Vorgänger fortsetze und die „soziale Balance“ als wichtiges Anliegen sehe. Ähnlich Wiens Caritas-Direktor Michael Landau: Fischer trete dafür ein, dass der Sozialstaat „kein beliebig verschlankbares Anhängsel“ des Wirtschaftsstandortes sei.

ISSN 2222-2464