Finanzkrise drängt Entwicklungsländer auf Abstellgleis

„Schuldenreport 2009“ analysiert Entschuldungsbemühungen

Wien (epd Ö) – Zahlreiche Hilfsorganisationen drängen auf eine Erhöhung der staatlichen Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit (EZA), denn – wie etwa die Kindernothilfe Österreich betont: „In der Debatte um die globalen Auswirkungen der Finanzkrise droht die Dritte Welt wieder auf ein Abstellgleis zu geraten.“ Von der massiven Krise seien die Entwicklungs- und Schwellenländer besonders betroffen. „Ohne eine Fortführung von Entschuldungsmaßnahmen stehen einige dieser Staaten bereits wieder vor einer Schuldenkrise – eine Zahlungsunfähigkeit ist nicht ausgeschlossen“, warnt die Hilfsorganisation.

Der von erlassjahr.de und der Kindernothilfe gemeinsam veröffentlichte 48-seitige „Schuldenreport 2009“ analysiert an Hand aktueller Zahlen die Bedeutung der Finanzkrise für verschuldete Entwicklungs- und Schwellenländer. Dabei wird deutlich, dass es trotz sehr erfolgreicher Entschuldungen auch weiterhin ein Überschuldungsproblem gibt. Detaillierte Zahlen und Grafiken veranschaulichen, dass im laufenden Jahr sieben afrikanische Länder von Zahlungsunfähigkeit bedroht sein werden. Weitere sechs Länder weisen ein hohes Risiko für eine baldige Staatsinsolvenz auf.

Der „Schuldenreport 2009“ analysiert des Weiteren ausführlich den derzeitigen Stand der internationalen Entschuldungsbemühungen und gibt Hinweise, wie die bestehenden Verfahren verbessert werden könnten. Schließlich widmet sich der Schuldenreport auch dem Phänomen der neuen Kreditgeber und schildert am Fallbeispiel China, wie, in welchem Umfang und zu welchen Bedingungen sich die chinesische Administration in die Entwicklungsfinanzierung einbringt.

ISSN 2222-2464