Feierlicher Empfang der „Donau-Friedenswelle“ in Wien

Schwerter zu Pflugscharen - diesen Bibelvers nahmen die Veranstalter der Donaufriedenswelle am 17. Februar in Wien wörtlich und ließen zwei Schmiede arbeiten.
Schwerter zu Pflugscharen - diesen Bibelvers nahmen die Veranstalter der Donaufriedenswelle am 17. Februar in Wien wörtlich und ließen zwei Schmiede arbeiten.

Das internationale ökumenische Projekt bildet den Abschluss der „Dekade zur Überwindung von Gewalt“

Wien (epd Ö) – Mit einer großen Veranstaltung in der Donaucity-Kirche hat die „Donau-Friedenswelle“ am Donnerstag, 17. Februar, Wien erreicht. Das internationale ökumenische Projekt der evangelischen Kirchen Mittel- und Osteuropas bildet zugleich den Höhepunkt und Abschluss der vom Ökumenischen Rat der Kirchen initiierten „Dekade zur Überwindung von Gewalt: Kirchen für Frieden und Versöhnung“.

In Empfang genommen wurde die Friedenswelle vom evangelisch-lutherischen Bischof Michael Bünker in Form eines Kanupaddels aus Holz in der Donaucity-Kirche im 22. Wiener Gemeindebezirk. Neben Delegationen aus den anderen Teilnehmerländern Baden-Württemberg, Bayern, der Slowakei, Ungarn und Rumänien nahmen auch der Bischof der Diözese Innsbruck und Beauftragte der Bischofskonferenz für Ökumene Manfred Scheuer sowie der Erzdiakon der russisch-orthodoxen Gemeinde zum Heiligen Nikolaus Viktor Schilowsky an den Feierlichkeiten teil.

Der Nachmittag stand im Zeichen zahlreicher Workshops zu Themen wie Erziehung zur Gewaltfreiheit, Menschenrechte, Migration oder Friedensökonomie und Grundeinkommen. Geleitet wurden die Workshops unter anderen von Oberkirchenrat Karl Schiefermair, dem Geschäftsführer des Evangelischen Hilfswerks in Österreich Michael Bubik, Martin Schenk von der Armutskonferenz, Margit Appel von der Katholischen Sozialakademie Österreichs, Edith Kessler von der Caritas, Christoph Riedl vom Flüchtlingsdienst, Irmgard Ehrenberger vom Internationalen Versöhnungsbund, Werner Wintersteiner von der Universität Klagenfurt und Bischof Michael Bünker.

Das Kanupaddel ging in die Slowakei

Den feierlichen Abschluss in Wien bildete eine ökumenische Vesper, gestaltet von Bischof Bünker, Bischof Scheuer, Erzdiakon Schilowsky und der Wiener Baptistenpfarrerin Andrea Klimt. Im Rahmen der Vesper überreichte Bischof Bünker das Kanupaddel symbolisch an den Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Slowakei Miloš Klátik. Im Anschluss an die Vesper spielte die Balkan-Jazz-Combo „Kohelet3“ ein Abschlusskonzert in der Donaucity-Kirche. „Kohelet3“ sind gleichzeitig auch Schirmherren der „Donau-Friedenswelle“ in Österreich. Mitorganisatorin der österreichischen Friedenswelle-Veranstaltung war auch die Theologin Barbara Rauchwarter.

Die „Donau-Friedenswelle“ startete am 5. September 2010 mit einer Eröffnungsveranstaltung in Ulm in Baden-Württemberg, im November erreichte die Welle Bayern. Nach der Station in Wien wird die Welle im März die Slowakei erreichen, im April Ungarn und im Mai Rumänien. Am 2. Juli endet die „Donau-Friedenswelle“ mit einem großen Festgottesdienst wiederum in Ulm, an dem alle involvierten Länder teilnehmen.

Fürbitten-Gottesdienst der Gefängnisseelsorge

Als Beitrag der Gefängnisseelsorge zur „Donau-Friedenswelle“ war bereits am Morgen des 17. Oktober 2010 in der größten Justizanstalt Österreichs, der Justizanstalt Wien-Josefstadt, ein evangelischer Gottesdienst zum Ausklang der „Dekade zur Überwindung von Gewalt“ gefeiert worden. Einstige Hooligans und Mordangeklagte hatten Worte des Neuanfangs und der Lebenstrauer verlesen. Die Gebete galten, so der evangelische Gefängnisseelsorger Pfarrer Matthias Geist, „der Fürbitte für die Opfer und deren Angehörige, der Sehnsucht nach Versöhnung und innerem Frieden sowie dem Schutz vor jeder Gewalt im Gefängnis“.

ISSN 2222-2464