Feierlicher Abschied von Kardinal König

Kirchen und Politik würdigen seine Leistungen für Ökumene und Gesellschaft

Wien, 31. März 2004 (epd Ö) Mit einem feierlichen Requiem im Stephansdom wurde am 27. März der verstorbene Wiener Alterzbischof Kardinal Dr. Franz König verabschiedet. In dem Gottesdienst, an dem rund 6.000 Menschen im Dom und auf dem Stephansplatz teilnahmen, würdigte Kardinal Dr. Joseph Ratzinger im Namen von Papst Johannes Paul II. das Engagement Königs im Blick auf die Annäherung zwischen den Ostkirchen und der Römisch-katholischen Kirche. Auch Kardinal Dr. Christoph Schönborn hob in seiner Predigt die Verdienste des Verstorbenen um die Ökumene und die österreichische Gesellschaft hervor.

Der Vorsitzende des Evangelischen Oberkirchenrates A.u.H.B., der lutherische Bischof Mag. Herwig Sturm, las eine Stelle aus einem neutestamentlichen Brief, der griechisch-orthodoxe Erzbischof Metropolit Michael Staikos und der Wiener Judaist Jacob Allerhand rezitierten Gebete. Auch zahlreiche römisch-katholische und orthodoxe Bischöfe aus den Nachbarländern nahmen an der Feier teil.

Bundespräsident Klestil: „Österreich trauert“

Bundespräsident Dr. Thomas Klestil sagte in seiner Ansprache: „Österreich trauert. Österreich betet. Österreich dankt.“ Das öffentliche Leben war darüber hinaus durch zahlreiche weitere Persönlichkeiten vertreten, darunter ein Großteil der Bundesregierung. Ebenso waren mehrere ausländische Politiker anwesend, so der ehemalige polnische Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki und der slowakische Parlamentspräsident Pavol Hrusovsky.

Kardinal König war am 13. März im 99. Lebensjahr verstorben. Bis 1985 hatte er nahezu dreißig Jahre lang die Erzdiözese Wien geleitet. 15 Jahre lang stand er dem päpstlichen Sekretariat für die Nichtglaubenden vor. Er gilt auf Weltebene als einer der bedeutendsten Wegbereiter der Ökumene.

Superintendent Eichmeyer: „Ein ganz großer Vertreter des christlichen Glaubens“

Dankbarkeit, „dass es Kardinal König nicht nur für die Katholische Kirche, sondern auch in seiner ökumenischen Offenheit für uns alle so lange gegeben hat“, äußerte der oberösterreichische Superintendent Mag. Hansjörg Eichmeyer in einem Schreiben an Diözesanbischof Dr. Maximilian Aichern. In dem mit 26. März datierten Brief bezeichnet Eichmeyer den Kardinal als einen der „ganz großen anerkannten und glaubwürdigen Vertreter des christlichen Glaubens in unserer Zeit“.

ISSN 2222-2464