Familie Badrakh: Superintendent fordert Bleiberecht

Sauer: Härte nicht nachvollziehbar – Für Umkehr der derzeitigen Asylpolitik

Wien (epd Ö) – „Es ist erschütternd, dass jetzt auch in Kärnten die Abschiebung eines Familienvaters aus der Mongolei mit seinen drei unmündigen Töchtern unmittelbar bevorsteht.“ Das erklärt der Kärntner Superintendent Manfred Sauer in einer Presseaussendung vom 5. November zu der von der Fremdenpolizei angekündigten Abschiebung der Familie Badrakh in Klagenfurt. Der Superintendent unterstreicht, dass die Familie seit vielen Jahren in Kärnten lebe und sich „ausgezeichnet in die Kultur und Umgebung des Landes eingebracht und eingelebt“ habe. Die Kinder, von denen zwei in Kärnten geboren sind, seien ausgezeichnete Schülerinnen und aktiv im Schulverband engagiert. Die Mutter sei durch einen tragischen Verkehrsunfall vor fünf Jahren ums Leben gekommen, der Vater sei Alleinerziehender. Sauer: „Fassungslos und ohnmächtig muss man den Negativbescheid zur Kenntnis nehmen, doch es bleibt die Hoffnung, dass sich gegen diese in letzter Zeit sich häufende Praxis ziviler Widerstand regt.“

Der Superintendent appelliert in seiner Aussendung an die Innenministerin sowie an alle politischen Entscheidungsträger, den Fall noch einmal zu prüfen und der Familie Badrakh humanitäres Bleiberecht zu gewähren. „Ich hoffe, dass Familie Badrakh in Kärnten bleiben kann und fordere eine Umkehr der derzeitigen Asylpolitik“, so Sauer in seiner Aussendung.

Grundsätzlich stellt der Superintendent zu der geplanten Abschiebung der Familie fest: „Die Härte, mit der hier vorgegangen wird, ist für mich nicht nachvollziehbar. Hätte man entsprechende Informationen aus dem schulischen und sozialen Umfeld eingeholt, hätte es aus meiner Sicht nicht zu diesem Bescheid kommen dürfen.“ Aus christlicher Verantwortung sei „eine solche Praxis auf das Schärfste zu kritisieren“.

ISSN 2222-2464