Evangelisches Gymnasium in Wien-Simmering feierlich eröffnet

Sinn: Lehrerinnen und Lehrer haben erstmals Räume, die sehr guten Unterricht ermöglichen – Mladek: Traum von Gymnasium ist in Erfüllung gegangen

Wien (epd Ö) – „Die Lehrerinnen und Lehrer haben hier zum ersten Mal Räume vorgefunden, die einen sehr guten Unterricht möglich machen.“ Das betonte Direktorin Mag. Elisabeth Sinn bei der feierlichen Eröffnung des Evangelischen Gymnasiums in Wien-Simmering am Donnerstagabend. Zur Eröffnung waren neben Eltern, SchülerInnen und LehrerInnen auch zahlreiche VertreterInnen der evangelischen Kirchen in Österreich, der Ökumene und der Politik gekommen. Dir. Pfr. Mag. Michael Chalupka, Vorsitzender des Evangelischen Schulwerkes A.B. Wien, bemerkte, dass „diese Schule nicht entstanden wäre, wenn es nicht ein Zusammenwirken zwischen Bund, Stadt und dem kirchlichen Schulerhalter gegeben hätte“.

Diakonisch-sozialer Schwerpunkt

DI Annemarie Mladek, ehemalige Vorsitzende des Evangelischen Schulwerkes A.B. Wien, hob hervor, dass „das Ziel der Erziehung darin besteht, dem Kinde zu ermöglichen, ohne Lehrer weiterzukommen“. Sie habe dem Projekt des Evangelischen Gymnasiums auf ehrenamtlicher Basis die vergangenen drei Jahre ihres Lebens gewidmet und dies „für die Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern“ getan. Mladek: „Sie haben sich dieser schulischen Einrichtung anvertraut, und dieses Vertrauen sollte nicht enttäuscht werden.“ Sie skizzierte kurz den Verlauf von der Idee bis zum Bau des Evangelischen Gymnasiums und dankte allen Beteiligten für ihre Arbeit und ihr Engagement. Da in den oberen drei Geschoßen des Hauses Wohngemeinschaften für ältere Menschen entstehen, könne die Schule „ihrem Anspruch, evangelisch zu sein, gerecht werden und den diakonisch-sozialen Schwerpunkt unmittelbar im Haus verwirklichen“, sagte die ausgebildete Architektin. Sie wünschte der Schule, dass „in diesem Haus immer Platz sein möge für gelebte Gemeinschaft, gelebte Diakonie, für ein Zusammenleben in gegenseitiger Verantwortung, in Würde und Achtung vor dem Menschen, in Zufriedenheit und Dankbarkeit“. Abschließend meinte Mladek: „Der Traum vom Gymnasium ist in Erfüllung gegangen; die Evangelische Kirche hat durchaus Grund, darauf stolz zu sein.“ Stolz zeigte sich Mladek auch, dass der veranschlagte Kostenrahmen von rund 11 Millionen Euro eingehalten werden konnte. Direktorin Sinn dankte Mladek für ihr Engagement. In „aufopfernder Weise“ habe sie dazu beigetragen, „die evangelischen Schulen auf die Bahn zu bringen“, unterstrich die Direktorin.

Mehr als ein Gebäude

„Es gibt wohl kaum einen schöneren Anlass als die Errichtung einer Schule“, sagte Landeskurator HR Dr. Horst Lattinger als Vertreter des Evangelischen Oberkirchenrates. „Eine Schule ist ein lebendiger Organismus, sie ist mehr als ein Gebäude, und so ein Organismus braucht ein Haus, in dem man moderne Lernprozesse begleitet“, betonte der ehemalige Landesschulratspräsident der Steiermark. Die Bezirksvorsteherin von Simmering, KR Renate Angerer, nannte den Bau des Gymnasiums „ein Projekt engagierter Frauen und engagierter Männer, die den Wünschen der Frauen entsprochen“ hätten. Sie zeigte sich glücklich darüber, „dass an dieser Schule eine Lehre absolviert werden kann“ und wünschte „den Eltern gute Nerven, den Kindern viel Erfolg und dieser Schule alles Gute und gutes Gelingen“.

Als Vertreter der SchülerInnen des Gymnasiums sagte Schulsprecher Patrick Tötterström: „Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern viel Glück und dass ihre Schulzeit genauso glücklich sein wird wie unsere.“ Dankbar und begeistert über die neuen Arbeitsbedingungen im Gymnasium äußerte sich auch Wolfgang Wittmann als Obmann des Elternvereins: „Es ist einfach wunderbar, dass das gelungen ist.“ Er betonte weiter, dass es „etwas Schöneres aus der Sicht der Eltern gar nicht geben kann“. Von dem Gymnasium als einer „Hülle des Miteinanders“, das nun entstanden sei, sprach Mag. Daniel Landau, Vertreter der Lehrerinnen und Lehrer an der Schule. Diese Hülle habe „bereits zu leben und zu atmen begonnen“ und warte nun darauf, „dass wir alle unseren Geist einhauchen“.

Dass das Leben „eine einzige wunderbare Lerngeschichte“ sei, unterstrich der Superintendent der Evangelischen Diözese A.B. Wien, Mag. Hansjörg Lein. „Dieses evangelische Gymnasium hat auch so eine Lerngeschichte hinter sich – eine Lerngeschichte, wo auch Fehler vorgekommen sind und aus denen gelernt wurde.“ Die Grüße und Glückwünsche von Bürgermeister Dr. Michael Häupl wurden von der amtsführenden Wiener Stadtschulratspräsidentin Dr. Susanne Brandsteidl überbracht. Brandsteidl zu den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums: „Ich wünsche euch ganz tolle Schultage und euren Eltern viel Geduld und gute Nerven.“ In Vertretung von Bundesministerin Elisabeth Gehrer hob SC Dr. Helmut Moser in seinen Glückwünschen hervor, dass bei diesem Projekt mit dem zur Verfügung stehenden Geld „sparsam und zweckmäßig“ umgegangen worden sei.

Musikalisch wurde die Feier von der Johann-Sebastian-Bach-Musikschule, einem SchülerInnenchor und dem LehrerInnenchor des Gymnasiums umrahmt. Den Abschluss bildete eine packende Trampolinshow.

Derzeit besuchen 450 Schülerinnen und Schüler das Gymnasium und das Werkschulheim in 21 Klassen, 80 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten an der Schule. Eine Erweiterung auf bis zu 26 Klassen ist möglich und geplant. In dem Gebäude befinden sich das Evangelische Gymnasium, das Evangelische Werkschulheim, ein Seniorenwohnheim für insgesamt 39 ältere Menschen, das im Februar 2007 seine Pforten öffnet, sowie die Johann-Sebastian-Bach-Musikschule. Im Werkschulheim absolvieren die Schülerinnen und Schüler zur Matura eine begleitende Berufsausbildung als TischlerIn, GoldschmiedIn oder EDV-TechnikerIn.

Weitere Informationen unter www.evangelischesgymnasium.at.

ISSN 2222-2464