Evangelischer Oberkirchenrat solidarisch mit Christinnen und Christen in Palästina

Wien (epd Ö) – Der Evangelische Oberkirchenrat A.u.H.B. in Österreich hat in einer Erklärung vom 8. Juni seine Solidarität mit Christinnen und Christen in Palästina und ihrem gewaltfreien Kampf um Unabhängigkeit und Selbstbestimmung ausgedrückt. Der Oberkirchenrat reagiert damit auf ein theologisches Dokument zur gegenwärtigen Situation des palästinensischen Volkes, das eine Gruppe palästinensischer Christinnen und Christen unter dem Titel „Die Stunde der Wahrheit“ Ende letzten Jahres veröffentlicht hat. Die Erklärung des Oberkirchenrates im Wortlaut:

„Wir haben Ihren Ruf vernommen und sind bewegt von Ihrem Appell für Frieden und Versöhnung. Sie richten das Dokument ‚Die Stunde der Wahrheit: Ein Wort des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe aus der Mitte des Leidens der Palästinenser und Palästinenserinnen‘ auch an die Kirchen in Europa. Und so wollen wir Ihnen auch antworten. Es ist uns bewusst, dass sich die Christen im Heiligen Land in einer schwierigen, ja ausweglosen Situation befinden. Wir sind mit Ihnen solidarisch in Ihrem gewaltfreien Kampf um Unabhängigkeit und Selbstbestimmung, in Ihrem Einsatz für einen gerechten Frieden zwischen den Völkern, in Ihrer unermüdlichen Erziehungsarbeit, die Verständigung und Versöhnung zum Ziel hat.

Wir wollen dafür sorgen, dass Ihr Ruf auch in unserem Land nicht ungehört verhallt und Ihre mutige kraftvolle Stimme der Gerechtigkeit auch in unserer Kirche und unseren Gemeinden Gehör findet, auch wenn wir nicht mit allen Aussagen in Ihrem Dokument übereinstimmen und uns auch nicht allen Forderungen anschließen können.

So halten wir dieses Dokument für eine Herausforderung auch für unsere Kirche, das Leid, die Not, aber auch die nicht zerstörbare Hoffnung und die ausgestreckte Hand wahrzuneh-men und sich mit Ihrer Geschichte, Ihrer bedrückenden Lage, aber auch mit Ihrer Theologie stärker als bisher auseinanderzusetzen.

Wir wünschen Ihnen Frieden, nicht nur als Gruß, sondern als Ausdruck davon, dass der Friede Gottes in dem Land endlich realisiert wird, in dem Christus zur Welt gekommen ist und in dem Ihre Kirchen bis heute den lebendigen christlichen Glauben leben.“

ISSN 2222-2464