Evangelischer Empfang zum Reformationsfest 2007

Der lutherische Bischof Mag. Herwig Sturm (links) und der reformierte Landessuperintendent Mag. Thomas Hennefeld beim diesjährigen Reformationsempfang
Der lutherische Bischof Mag. Herwig Sturm (links) und der reformierte Landessuperintendent Mag. Thomas Hennefeld beim diesjährigen Reformationsempfang

GEKE-Präsident Wipf: Kulturelle Pluralität auf Basis christlicher Werte – Bischof Sturm: Gesellschaft mitgestalten

Wien (epd Ö) – Im Zeichen der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) stand der diesjährige evangelische Empfang zum Reformationsfest am Dienstag, 30. Oktober, in der Wiener Akademie der Wissenschaften. „Die evangelischen Kirchen werden sich für ein föderales, demokratisches, rechtsstaatliches und offenes Europa einsetzen. Ein Europa der kulturellen Pluralität auf der Grundlage christlicher und abendländischer Werte.“ Das betonte der Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, der Schweizer Pfarrer Thomas Wipf, in seiner Festrede. Das Konzept der „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“, wie es in der GEKE erfolgreich gelebt werde, könne auch für das politische Konzept Europas hilfreich sein. Europa brauche die „Botschaft der Freiheit und der Hoffnung“, betonte Wipf, der als Präsident dem Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes vorsteht. Den Kirchen komme die Aufgabe zu, „Hoffnung zu stärken, Lebensfreude zu ermöglichen, zur Verständigung beizutragen und Zuversicht zu wecken“.

 

Auf die Schwerpunkte des vergangenen Jahres blickte der lutherische Bischof Herwig Sturm zurück. Für ihn war es der letzte Reformationsempfang, zu dem er als Bischof eingeladen hatte. Ende des Jahres tritt Sturm in den Ruhestand. Der Bischof dankte in seiner Rede „für die großartigen Möglichkeiten, in und für unsere Kirche zu arbeiten, Ökumene zu erleben und mitzugestalten und auch im öffentlichen Leben das Wissen und den Beitrag unserer Kirche zur Mitgestaltung der Gesellschaft einzubringen“.

 

Der neue reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld konnte gemeinsam mit Sturm beim diesjährigen Reformationsempfang rund 300 geladene Gäste aus Politik, Kirche und Ökumene begrüßen. Für ihren „Einsatz für die Menschlichkeit über Grenzen hinaus“ ehrte der Landessuperintendent die 94-jährige Schwester Elisabeth Eidenbenz und überreichte ihr das Goldene Hugenottenkreuz. Im spanischen Bürgerkrieg und im Zweiten Weltkrieg habe sich die gebürtige Schweizerin „konsequent auf die Seite von Verfolgten gestellt“, so der Landessuperintendent. Eidenbenz hatte u.a. eine Entbindungsstation für Flüchtlinge eingerichtet und zahlreiche Kinder und Frauen durch ihren Einsatz vor der Deportation in Vernichtungslager bewahrt.

 

Beste Fachbereichsarbeit

 

Wie jedes Jahr war auch das Thema „Religionsunterricht“ Fixpunkt im Programm des Reformationsempfangs. Oberkirchenrat Michael Bünker erinnerte an die Jubiläen zweier religionspädagogischer Zeitschriften: „Das Wort“ gibt es seit 60 Jahren, seit 25 Jahren erscheint „Schulfach Religion“. Beide Zeitschriften seien für die rund 700 evangelischen ReligionslehrerInnen „nicht mehr wegzudenken“, so Bünker. Ausgezeichnet wurde auch wieder die beste Fachbereichsarbeit in evangelischer Religion. Dieses Jahr erhielt den Preis Bernhard Kirchmeier vom Gymnasium Dachsberg in Prambachkirchen (OÖ). Betreut vom Eferdinger Pfarrer Hans Hubmer hatte Kirchmeier sich mit „Nachfolge bei Dietrich Bonhoeffer“ beschäftigt. Erstmals wurde heuer ein Preis für den Sarah-Aster-Wettbewerb vergeben. Benannt nach jener Maturantin, die im Vorjahr über das Hohelied der Liebe eine Fachbereichsarbeit geschrieben hatte, wird hier von Sarah Aster eine Predigt bzw. ein Gottesdienst ausgezeichnet, der sich kreativ mit dem Thema von Asters Fachbereichsarbeit auseinandersetzt. Ihre Wahl fiel auf einen Gottesdienst in der Gemeinde der Justizanstalt Josefstadt, den Gefangenen-Seelsorger Dr. Matthias Geist vorbereitet hatte.

 

Den musikalischen Rahmen gestalteten das Bläserensemble und das Streichquartett der Johann-Sebastian-Bach-Musikschule Wien. Zum Buffet lud in diesem Jahr die Diözese Wien.

ISSN 2222-2464