Evangelische Synoden tagen in Wien

Am Mittwochabend, 12. Juni, wird die dritte Session der 14. Synode A.B. und die zweite Session der XIV. Generalsynode eröffnet. Foto: epd/Uschmann
Am Mittwochabend, 12. Juni, wird die dritte Session der 14. Synode A.B. und die zweite Session der XIV. Generalsynode eröffnet. Foto: epd/Uschmann

Wahlen und Grundsatzpapier zu „500 Jahre Reformation“ auf der Tagesordnung

Wien (epdÖ) – Mit einem Gottesdienst in der Reformierten Stadtkirche in Wien, der im Zeichen des 40-Jahr-Jubiläums der Leuenberger Konkordie steht, wird am Mittwochabend, 12. Juni, die dritte Session der 14. Synode A.B. und die zweite Session der XIV. Generalsynode eröffnet. Der Gottesdienst wird vom evangelisch-reformierten Landessuperintendenten Thomas Hennefeld und dem evangelisch-methodistischen Superintendenten Lothar Pöll gestaltet, die Predigt hält die evangelisch-lutherische Oberkirchenrätin Hannelore Reiner. Auf der Tagesordnung der Synode A.B. steht die Wahl des weltlichen Oberkirchenrats beziehungsweise der Oberkirchenrätin für Kirchenentwicklung. Erstmals ist die lutherische Synode dazu aufgerufen, den Jahresabschluss zu kontrollieren und zu beschließen. Durch eine Gesetzesänderung ist dies nun Aufgabe der Synode und nicht mehr des Synodalausschusses.

Am Programm der Synode H.B. steht die Wahl des Landessuperintendenten beziehungsweise der Landessuperintendentin. Der reformierte Theologe und Medizinethiker Ulrich H.J. Körtner (Universität Wien) referiert vor der Synode über aktuelle bioethische Themen wie etwa Fortpflanzungsmedizin und Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Paare. Darüber hin-aus beraten die Delegierten über die Praxis fremdsprachiger Gemeinden.

Im Mittelpunkt der Generalsynode steht die Präsentation des Textes „Evangelisch Kirche sein. 500 Jahre Reformation“, dabei handelt es sich um ein gemeinsames Grundsatzpapier der Evangelisch-lutherischen, der Evangelisch-reformierten und der Evangelisch-methodistischen Kirche. Der methodistische Superintendent Lothar Pöll wird zu diesem Anlass am 15. Juni Gast der Generalsynode sein. Das Papier wird zuvor auch in der Synode A.B. und in der Synode H.B. diskutiert und als Antrag zur Abstimmung vorgelegt.

„Bereits im September des vergangenen Jahres wurde von den Kirchenpresbyterien der lutherischen und reformierten Kirche sowie vom Vorstand der Evangelisch-methodistischen Kirche ein Komitee mit der Erarbeitung des Papiers beauftragt“, erklärt Synodenpräsident Peter Krömer in einem Gespräch mit dem epdÖ. „Am 8. Mai konnte diese Erklärung dann von den Kirchenpresbyterien verabschiedet und nun als Antrag den Synoden vorgelegt werden“, so Krömer. Die Evangelisch-methodistische Kirche hat das Dokument bereits verab-schiedet. Die drei reformatorischen Kirchen in Österreich erklären in dem Papier, dass sie das Reformationsjubiläum 2017 gemeinsam feiern wollen. In den Synoden soll dann darüber beraten werden, wie die einzelnen Pfarrgemeinden am besten in die Aktivitäten eingebunden werden können.

Auch ein zweites Grundsatzpapier, passend zum „Jahr der Diakonie“, steht auf der Tagesordnung der Generalsynode: „Diakonie – Standort, Bestimmung und Herausforderung“, erarbeitet von der Kommission für Diakonie und soziale Fragen, soll verabschiedet werden. „Es handelt sich dabei um eine Überarbeitung des Dokuments, das 1997 von der Generalsynode verabschiedet wurde“, erläutert Krömer.

Am Freitagabend, 14. Juni, lädt die Synode zu einem Empfang anlässlich „450 Jahre Heidel-berger Katechismus“ in die Österreichische Nationalbibliothek. Festredner ist Martin Filitz, Domprediger in Halle an der Saale und reformierter Senior der Evangelischen Kirche in Mit-teldeutschland. Sein Vortrag trägt den Titel: „Zwischen Trost und Nutzen – Einsichten in den Heidelberger Katechismus“.

Tagungsort der Synode A.B. und der Generalsynode ist das JUFA Familienhotel in Wien-Simmering, die Synode H.B. tagt im Gemeindesaal der Reformierten Stadtkirche.

ISSN 2222-2464