Synode A.B. tagt zu „Trauung für alle“ und Karfreitag

In der römisch-katholischen Donaucitykirche wird die Synode mit einem Gottesdienst eröffnet. Foto: wikimedia/bwag
In der römisch-katholischen Donaucitykirche wird die Synode mit einem Gottesdienst eröffnet. Foto: wikimedia/bwag

Amtseinführung der neuen Mitglieder des Oberkirchenrates und des Synodenpräsidiums

Wien (epdÖ) – Zu einer Sondersitzung kommt die Synode der Evangelischen Kirche A.B. am Samstag, 9. März, in Wien zusammen. Auf der Tagesordnung stehen die kirchliche Trauung für homosexuelle Paare und die Diskussion um die Neuregelung des Karfreitags.

Die Frage, ob es homosexuellen Paaren künftig erlaubt sein soll, kirchlich zu heiraten, stand bereits im Dezember des Vorjahres auf der Tagesordnung der Synode. Damals wurde beschlossen, die Pfarrgemeinden zur Thematik zu befragen und auf der Sondersynode am 9. März weiter darüber zu beraten.

Konkret ging es in der Befragung der Pfarrgemeinden etwa darum, ob und in welcher Form einzelne Gemeindevertretungen eine mögliche „Ehe für alle“ in ihrer Gemeinde ablehnen können. Soll es ein „opt-in“ geben, d.h. Voraussetzung für eine Trauung homosexueller Paare ist ein vorausgegangener positiver Beschluss der Pfarrgemeinde, oder soll es ein „opt-out“ geben, d.h. Gemeinden können sich gegen die Möglichkeit der Trauung Homosexueller aussprechen? Gilt dann die gewählte Variante für gemeindeeigene Kirchengebäude oder für das gesamte Pfarrgemeindegebiet? Ebenso soll geklärt werden, ob es kirchliche Segnungen künftig auch für eingetragene Partnerschaften für homo- und heterosexuelle Paare geben soll.  Die Ergebnisse der Befragung sollen nun auf der Synode diskutiert werden.

Zudem will das „Kirchenparlament“, dem rund 70 Delegierte aus ganz Österreich angehören, über ein weiteres Vorgehen in Sachen Karfreitag beraten. Dieser hatte seit den 1950ern für Evangelische und Altkatholiken als arbeitsfreier Feiertag gegolten; diese Regelung war vom Europäischen Gerichtshof im Jänner aber als diskriminierend eingestuft worden. Daraufhin wurde im Österreichischen Nationalrat mit den Stimmen der Regierungsparteien die Abschaffung des Karfreitags als Feiertag und die Einführung eines „persönlichen Feiertags“ aus dem bestehenden Urlaubskontingent für alle ArbeitnehmerInnen beschlossen, was in der Evangelischen Kirche heftigen Protest auslöste.

Eröffnet wird die Synode bereits am Abend des Freitag, 8. März, mit einem Gottesdienst in der Donaucitykirche (18 Uhr, Donaucitystraße 2, 1220 Wien). Im Rahmen des Gottesdienstes werden die neu gewählten Mitglieder des Oberkirchenrates – Dieter Beck, Gerhild Herrgesell und Günter Köber – sowie die Mitglieder des Synodenpräsidiums – Peter Krömer, Gisela Malekpour und Birgit Meindl-Dröthandl – durch Bischof Michael Bünker in ihre Ämter eingeführt.

Die Sitzung der Synode findet am Samstag ab 9.00 Uhr im Arcotel Kaiserwasser (Wagramer Straße 8, 1220 Wien) statt.

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ISSN 2222-2464