Evangelische Mitgliedszahlen annähernd stabil

376.150 Österreicherinnen und Österreicher gehören den Evangelischen Kirchen an – Statistik Austria präsentiert Zahlen der Volkszählung 2001

Wien, 27. Oktober 2002 (epd Ö) “Der Rückgang der Evangelischen in Österreich ist natürlich bedauerlich. Er liegt aber absolut im demographischen Trend Europas. Denn die Europäer werden immer weniger.” Dies sagte Oberkirchenrat MMag. Robert Kauer gegenüber epd Ö. Kauer: “Insofern kann man relativ gesehen nicht von einem Rückgang der Evangelischen in Österreich sprechen, obwohl dies absolut gesehen natürlich der Fall ist.” Der Oberkirchenrat kommentierte damit die Daten der Religionszugehörigkeit der Österreicherinnen und Österreicher, die die Statistik Austria am Donnerstag, 17. Oktober, bei einer Pressekonferenz in Wien bekannt gegeben hat.

376.150 Österreicherinnen und Österreicher evangelisch

4,7 Prozent oder 376.150 Österreicherinnen und Österreicher haben sich bei der Volkszählung 2001 als zu der Evangelischen Religionsgemeinschaft zugehörig bekannt. Dies sind 0,3 Prozent weniger als im Jahr 1991 bei der letzten Volkszählung. Damit liegen die Evangelischen Kirchen österreichweit an dritter Stelle nach der Römisch-katholischen Kirche und denjenigen ohne religiöses Bekenntnis.

“Man kann wohl sagen, Österreich ist nach wie vor ein katholisches Land”, sagte Johann Ladstätter von der Statistik Austria, verantwortlich für die Auswertung der Daten der aktuellen Volkszählung. Mit 73,6 Prozent sind knapp drei von vier Österreicherinnen und Österreichern katholisch. Der Rückgang gegenüber 1991 beträgt hier 4,4 Prozent.

Die darauf folgende Gruppe ist die ohne religiöses Bekenntnis: zwölf Prozent der Befragten geben an, keiner Religionsgemeinschaft anzugehören. Dies ist rund ein Viertel mehr als 1991.

Wien: Mehr als jeder Vierte ohne religiöses Bekenntnis

In Wien allerdings ist nur noch weniger als jeder Zweite katholisch: 49,2 Prozent der Befragten haben ihr Kreuz bei dieser Religionsgemeinschaft gesetzt. Auch in Wien sind diejenigen ohne religiöses Bekenntnis auf dem zweiten Platz zu finden: Mehr als jeder vierte gehört keiner Konfession mehr an. Die Evangelischen belegen in der Landeshauptstadt nach der Römisch-katholischen Kirche, den Menschen ohne religiöses Bekenntnis, der islamischen Glaubensgemeinschaft und den orthodoxen Kirchen den fünften Platz mit sechs Prozent.

Keine Angaben zu seinem religiösen Bekenntnis hat jeder Fünfzigste der Befragten gemacht: zwei Prozent haben das Feld zu dem Religionsbekenntnis frei gelassen.

ISSN 2222-2464