Evangelische Kirchen in Europa über Lage im Irak alarmiert

Am 8. August 2014 bombardierte die US-Regierung mit Kampfjets Artilleriestellungen der islamistischen Terrorgruppe "Islamischer Staat". Das Bild zeigt Kampfjets der US Airforce über dem Irak aus dem Jahr 2003. (Foto: wikipedia/US Airforce).
Am 8. August 2014 bombardierte die US-Regierung mit Kampfjets Artilleriestellungen der islamistischen Terrorgruppe "Islamischer Staat". Das Bild zeigt Kampfjets der US Airforce über dem Irak aus dem Jahr 2003. (Foto: wikipedia/US Airforce).

GEKE fordert rasches Handeln der internationalen Gemeinschaft

Wien (epdÖ) – Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) zeigt sich tief besorgt über die Bedrohung, der Christen und andere religiöse und ethnische Gruppen im Nordirak ausgesetzt sind. Hunderttausende seien auf der Flucht und kämpften um ihr Überleben. Die tödliche Bedrohung von Jesiden, Christen und Angehörigen anderer religiöser und ethnischer Minderheiten durch die islamistische Terrorgruppe „Islamischer Staat (IS)“ verlange sofortiges Handeln der internationalen Gemeinschaft, heißt es in einer Aussendung vom 11. August. Die GEKE, die ihren Sitz in Wien hat, unterstützt deshalb den Aufruf des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) und bittet ihre Mitgliedskirchen dringend, mit ihren Regierungsverantwortlichen Kontakt aufzunehmen, um – nach Möglichkeit auf der Basis eines UN-Beschlusses – wirksamen Schutz für die bedrohten Menschen, rasche Hilfe für die Vertriebenen, ihre sichere Rückkehr und ein Ende der Gewalt gegen religiöse und ethnische Minderheiten zu fordern. Zudem brauche es wirksamen Druck der internationalen Gemeinschaft auf jene Länder, die den IS mit Waffen und Geld unterstützen.

Die dramatischen Ereignisse im Irak seien in einem weiteren Zusammenhang zu sehen, erklärt das Präsidium der GEKE. Auch durch ihre enge Verbundenheit mit der Federation of Middle East Evangelical Churches (FMEEC), zu der der Council of Protestant Churches in Iraq gehört, ist den Mitgliedskirchen der GEKE seit langem die bedrückende Situation der Christen im Mittleren und Nahen Osten bekannt. „Die Christen im Mittleren Osten haben sich niemals in ihrer Existenz in dieser Region in solch einer Katastrophe und in solch einem Chaos vorgefunden wie seit dem so genannten Arabischen Frühling“, sagte Rosangela Jarjour, Generalsekretärin der FMEEC, auf der Vollversammlung der GEKE 2012 in Florenz. Schon damals seien die Zukunftsaussichten düster gewesen, jetzt aber stehe die Präsenz und das Zeugnis der Christen im Mittleren Osten insgesamt auf dem Spiel, zeigt sich das Präsidium der GEKE alarmiert. „Angesichts der aktuellen Ereignisse sind die Verbundenheit der Kirchen und ihr Einsatz noch mehr gefordert“, so die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa.

Das Präsidium und der Generalsekretär der GEKE, der österreichische evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker, rufen daher die Mitgliedskirchen, hinter denen annähernd 50 Millionen Evangelische in ganz Europa stehen, auf, ihre tätige Hilfe zu verstärken und durch solidarisches Handeln den bedrängten Gruppen beizustehen. „Jede Form religiös motivierter Gewalt und brutalisierter Frömmigkeit zerstört das menschliche Miteinander und lästert Gott“, betont das Präsidium der GEKE. Mit der konkreten Hilfe verlange die aktuelle Situation das gemeinsame Gebet aller Kirchen für die bedrohten Menschen und ihre besorgten Angehörigen.

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ISSN 2222-2464