Evangelische Kirchen: Empörung über Vollzug des Fremdenrechts

Forderung nach menschenrForderung nach menschenrechtskonformem Umgang mit Familien in Not

Wien (epd Ö) – Mit einer scharfen Resolution zum Vollzug fremdenrechtlicher Bestimmungen in Österreich haben sich heute die Evangelische Kirche A.B., die Evangelische Kirche H.B. und die Evangelisch-methodistische Kirche in Österreich an die politisch Verantwortlichen des Landes gewandt. Die Resolution hat folgenden Wortlaut:

 

„Die Evangelischen Kirchen Österreichs sind betroffen und empört darüber, wie von österreichischen Behörden im Vollzug fremdenrechtlicher Bestimmungen mit Familien umgegangen wird. Die beiden in der Öffentlichkeit bekannt gewordenen Beispiele der Familien Zogaj und Zeqaj dokumentieren den Druck, der von Seiten des Innenministeriums auf Familien, auf Mütter und Kinder ausgeübt wird. Familien werden auseinandergerissen, Kinder der Schutzlosigkeit ausgeliefert. Die Kirchen sehen in diesem Vorgehen nicht nur einen Ausdruck von Verantwortungslosigkeit, sondern auch eine menschenrechtlich äußerst bedenkliche Vorgangsweise. Christliche Grundwerte wie Menschenwürde, Familie, Schutzgewährung und Nächstenliebe werden auf gröbliche Weise missachtet.

 

Die Evangelischen Kirchen bekräftigen den Appell des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich vom Nationalfeiertag dieses Jahres an die politisch Verantwortlichen, ‚die Situation von gut integrierten Familien gesetzeskonform zu lösen, indem sie ihnen einen humanitären Aufenthaltstitel gewähren‘.

 

Die Evangelischen Kirchen fordern eine Rückkehr zu einem seriösen und menschenrechtlich verantwortbaren Umgang mit Familien, die in Not sind.“

 

ISSN 2222-2464