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Evangelische Kirche: Verwüstung der jüdischen Schule ist massiver antisemitischer Übergriff

Wien (epd Ö) – Mit großer Betroffenheit hat der Synodalausschuss der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich auf den Vandalenakt gegen die jüdische Lauder-Chabad-Schule in Wien-Leopoldstadt in der Nacht auf Sonntag reagiert. In einer am 27. November veröffentlichten Stellungnahme heißt es: „Unabhängig von den noch unbekannten persönlichen Motiven des Täters stellt diese Untat einen massiven antisemitischen Übergriff dar. Wir denken vor allem an die Schülerinnen und Schüler, deren Schulräume zerstört wurden und die nicht in einer Atmosphäre der Bedrohung aufwachsen sollen. Wir teilen die Besorgnis und Betroffenheit der Israelitischen Kultusgemeinde.“

Betont wird in der Stellungnahme, die Evangelische Kirche habe „sich selbst verpflichtet, jeder Form des Antisemitismus entgegenzutreten“. Die Evangelische Kirche habe „gemeinsam mit allen christlichen Kirchen festgehalten, dass es gegenüber dem Antisemitismus keinerlei Toleranz und Verständnis geben darf“.

ÖRKÖ: Bedauern und Entsetzen

„Wir möchten unser Bedauern und Entsetzen ausdrücken über die Verwüstungen in der jüdischen Schule in Wien“, sagte der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), der lutherische Bischof Mag. Herwig Sturm, am heutigen Montag vor Journalisten in Wien. Gerade der Anschlag auf eine jüdische Schule müsse „zeichenhaften Widerstand hervorrufen, und das tun wir hiermit: Wir melden ganz entschieden und deutlich Widerspruch an!“, betonte der Bischof. Gerade in der heutigen Welt sei ein Zusammenleben nicht denkbar ohne einander und besonders Andersdenkende zu respektieren. „Dies muss stark und klar von dieser Stelle aus gesagt werden.“

Auch der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit hat den antisemitischen Gewaltakt „zutieftst“ verurteilt. Für die Bildungsarbeit des Koordinierungsausschusses sei wichtig, unter den Christen stets auch darüber zu informieren, unter welcher potenziellen Bedrohung jüdisches Leben immer wieder stehe, bekräftigt der Präsident des Koordinierungsausschusse, Prof. Helmut Nausner.

Begegnung und Bildung seien unabdingbare Schritte, Antisemitismus zu bekämpfen: „Wer selbstbewusst die eigene Tradition kennt, braucht nicht die Sicherheit von Feindbildern zur Selbstvergewisserung“, so Nausner. Darüber hinaus müsse klar gemacht werden, „dass antijüdische Anspielungen im Dienst des politischern und gesellschaftlichen Vorteils generell nicht geduldet werden könnten“.

ISSN 2222-2464