Evangelische Kirche Partner der OÖ-Landesausstellung 2010

„Renaissance und Reformation“ auf Schloss Parz – Sonderausstellung im Evangelischen Museum Oberösterreich – Themenweg in Wallern

Linz, 24. Februar 2010 (epd Ö) – Erstmals widmet sich in Oberösterreich eine Landesausstellung der Geschichte der evangelischen Kirche. „Renaissance und Reformation sind nicht voneinander zu trennen“, sagte der Historiker Univ.-Prof. Karl Vocelka am Dienstag, 23. Februar, vor Journalisten in Linz. Gemeinsam mit dem Wiener evangelischen Kirchenhistoriker Rudolf Leeb zeichnet Vocelka für die wissenschaftliche Leitung der gleichnamigen Landesausstellung verantwortlich.

 

Veranstaltungsort ist das Renaissanceschloss Parz im Bezirk Grieskirchen. Flankierend laden mehrere Orte in der Region mit eigenen Programmangeboten zum Besuch ein. Die evangelische Pfarrgemeinde Wallern etwa beteiligt sich mit einem Themenweg, das Evangelische Museum Oberösterreich in Rutzenmoos zeigt in der Sonderausstellung „Fröhliche Auferstehung“ evangelische Grabdenkmäler aus der Reformationszeit.

Wenn die Landesausstellung die Entwicklung der Evangelischen in Oberösterreich thematisiere, verstehe er dies auch als „Verneigung vor der nicht zu großen, aber sehr engagierten evangelischen Kirche“, unterstrich Landeshauptmann Josef Pühringer bei der Pressekonferenz, in der das Programm vorgestellt wurde. Partner der OÖ-Landesausstellung zu sein, sei eine „große Herausforderung“, betonte Superintendentialkurator Johannes Eichinger. Er sei froh, dass die Vorbereitungen bisher sehr gut gelaufen seien. Als einen „puren Glücksfall“ bezeichnete Senior Bernhard Petersen die Auswahl des Themas der Landesausstellung. Die evangelische Kirche, der in Oberösterreich rund 52.500 Menschen in 35 Pfarrgemeinden angehören, fiebere der Eröffnung entgegen. „Viele Evangelische“, so Petersen, „wissen gar nicht mehr, dass die Reformation hier in Oberösterreich im 16. Jahrhundert eine Massenbewegung war.“

 

Seit über 500 Jahren gebe es in Wallern an der Trattnach evangelische Christinnen und Christen, erzählte Pfarrer Andreas Hochmeir, heute sei jede/r Fünfte evangelisch. Der rund zwei Kilometer lange und barrierefreie Themenweg wolle nun „die Reformationsgeschichte auf Wallern herunterbrechen“. Bei der didaktischen Gestaltung der 10 Innen- und Außenstationen habe man Wert darauf gelegt, die Geschichte für Kinder erlebbar zu machen. Anhand exemplarischer Personen und Häuser werde die Entwicklung der Evangelischen in Wallern gezeigt. Zu sehen ist u.a. auch eine Lutherpostille von 1529, die versteckt hinter einem Hornissennest erhalten geblieben ist.

 

Ulrike Eichmeyer-Schmid, Leiterin des Evangelischen Museums Oberösterreich, zeigte sich erfreut, dass im zehnten Jahr des Bestehens des Museums nun die Landesausstellung ein Thema aufgreife, das ursprünglich ihr Mann, der frühere Superintendent Hansjörg Eichmeyer, angeregt hatte. Wie Menschen früher Tod und Auferstehung gesehen haben, dokumentiert die begleitende Sonderausstellung im Evangelischen Museum. Mit Hilfe moderner Technik werde die Botschaft evangelischer Grabdenkmäler, die sich oft versteckt in katholischen Kirchen erhalten hätten, den Besucherinnen und Besuchern nahegebracht. Wissenschaftlicher Leiter der Ausstellung „Fröhliche Auferstehung“ ist der Linzer Günther Merz.

 

Im Schloss Tollet widmet sich im Rahmen der Landesausstellung eine Sonderschau der Zeit der Jörger. Zu sehen sind wertvolle Dokumente und Exponate des protestantischen Adelsgeschlechts. Dorothea Jörger stand in engem Briefkontakt mit Martin Luther.

 

Insgesamt investiere das Land Oberösterreich 10,54 Millionen Euro in die sechs Monate dauernde Landesausstellung, sagte Landeshauptmann Pühringer. Die langfristige Umwegrentabilität bezifferte er mit dem Verhältnis 1:6. Eröffnet wird die Landesausstellung am 27. April. Mehr zum Programm unter www.landesausstellung2010.at/.

ISSN 2222-2464