EJ Wien: „KlimaprotestantInnen“ unterstützen weltweiten Klimastreik

Zwei Tage vor der Europwahl streiken SchülerInnen und zivilgesellschaftliche Initiativen gegen die aus ihrer Sicht verfehlte Klimapolitik europäischer Regierungen. Foto: Fridays for Future
Zwei Tage vor der Europwahl streiken SchülerInnen und zivilgesellschaftliche Initiativen gegen die aus ihrer Sicht verfehlte Klimapolitik europäischer Regierungen. Foto: Fridays for Future

Großer Protestmarsch am 24. Mai – Glocken läuten für das Klima

Wien (epdÖ) – Die Evangelische Jugend Wien wird sich am weltweiten Klimastreik am Freitag, 24. Mai, beteiligen. Gemeinsam mit dem Demonstrationszug der internationalen Klimabewegung „Fridays for Future“ ziehen die Jugendlichen mit gelben und orangen Warnwesten und unter dem Banner „KlimaprotestantInnen“ durch die Wiener Innenstadt, wie der Wiener Jugendreferent Josef Fessler mitteilt. Auf den Westen seien programmatische „Reformationsthesen“ zum Thema soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz zu lesen, so zum Beispiel: „Was sich tun muss: aufstehen gegen den Klimawandel, bevor das Klima uns verwandelt“. Am Heldenplatz soll ab 13 Uhr eine Abschlusskundgebung stattfinden.

Superintendent Geist: „Das Klima geht uns alle an.“

Begleitet wird der Demonstrationszug durch das Glockenläuten mehrerer Wiener Kirchen im Umfeld, darunter etwa die beiden evangelischen Stadtkirchen in der Dorotheergasse, die reformierte Zwinglikirche in Rudolfsheim-Fünfhaus oder der Stephansdom. Unterstützung kommt vom Wiener Superintendenten Matthias Geist: „Die Glocken sollen die mahnende Stimme der jungen Generation verstärken. Das Klima geht uns alle an, aber ohne Sinneswandel können wir es nicht retten. Wir brauchen ein Wirtschaften im Dienst des Lebens.“ Am Glockenläuten werden sich alle Wiener evangelischen Kirchen beteiligen, die eine Glocke haben. Die Glocken beginnen um 11:55 Uhr zu läuten: Die Uhrzeit – fünf Minuten vor zwölf – solle die Dringlichkeit des Klimaproblems unterstreichen.

Initiiert hat die Glockenaktion der Kurator der Zwinglikirche, Hubertus Hecht, selbst engagiert in der Klima-Initiative „Parents for Future“. Gegenüber dem Evangelischen Pressedient sagte Hecht, die „einzige realistische Antwort auf die drohende Klimakatastrophe“ sei „eine mutige Umweltschutzpolitik in Übereinstimmung mit dem 1,5°C-Ziel des Pariser Klimaabkommens, sowie globale Klimagerechtigkeit“. Aufgabe der Kirchen sei es, der Klimaschutzbewegung „eine hörbare Stimme zu geben und als verbindendes Element über alle gesellschaftlichen und nationalen oder staatlichen Grenzen hinweg zu wirken“. Die umfassende Bewahrung der Umwelt und Schöpfung sei „Basis für ein zukünftiges möglichst friedliches Zusammenleben auf unserem Planeten Erde“.

Laut Auskunft der Organisatoren von „Fridays for Future Austria“ startet die Demonstration am Freitag um 9 Uhr am Heldenplatz mit einer Kundgebung. Der anschließende Demonstrationszug führt zum Finanzministerium in der Hinteren Zollamtsstraße, zum Haus der Europäischen Union in der Wipplingerstraße, vorbei am Rathaus zurück auf den Wiener Heldenplatz, wo er mit Musik und einer Abschlusskundgebung endet.

Lange Nacht der Kirchen zur Klimapolitik

Auch die am selben Tag stattfindende Lange Nacht der Kirchen widmet sich an einigen Orten der Klimadebatte. So wird im „Quo vadis?“, dem römisch-katholischen Begegnungs- und Informationszentrum am Stephansplatz von 18 bis 19 Uhr unter dem Titel „#Wir sind Greta!?“ über „Klimapolitik und Bildung in Richtung sozialer Gerechtigkeit“ diskutiert.

Hintergrund: Die Bewegung „Fridays for Future“

Ihren Ausgang genommen hat die Fridays for Future-Bewegung im Engagement der schwedischen Schülerin Greta Thunberg. Sie hatte im August 2018 mit einem „Schulstreik für das Klima“ vor dem schwedischen Parlament begonnen. Im Herbst und Winter folgten zahlreiche Schülerinnen und Schüler weltweit dem Beispiel und blieben an Freitagen aus Protest gegen mangelnde Klimapolitik dem Unterricht fern, was auch für öffentliche Kritik sorgte. Der weltweite Protest am 24. Mai ist der zweite international abgestimmte Klimastreik nach einer ersten global koordinierten Aktion am 15. März.

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ISSN 2222-2464