Evangelische Imagekampagne in der Steiermark

Superintendent Hermann Miklas bei der Angelobung der neuen Mitglieder für die Superintendentialversammlung. Links im Bild Bischof Michael Bünker. Foto: epd/Uschmann
Superintendent Hermann Miklas bei der Angelobung der neuen Mitglieder für die Superintendentialversammlung. Links im Bild Bischof Michael Bünker. Foto: epd/Uschmann

Superintendentialversammlung tagte zum Thema Öffentlichkeitsarbeit

Admont (epdÖ) – Ganz im Zeichen von Öffentlichkeitsarbeit und Außenorientierung stand die Superintendentialversammlung der steirischen Evangelischen Kirche am 15. September im Stift Admont. Der Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit der Diözese, dem auch Superintendent Hermann Miklas angehört, präsentierte eine Imagekampagne, die im nächsten Jahr auch dem Mitgliederschwund in der Diözese entgegenwirken soll. Bei der abschließenden Abstimmung haben die Delegierten mit einer Gegenstimme der Umsetzung der Kampagne zugestimmt.

„Die Zeit ist gekommen, in der wir als ChristInnen und als Kirche wieder deutlicher Flagge zeigen müssen. ‚Ihr seid das Licht der Welt‘, sagt Jesus, ‚und ihr dürft euer Licht auch nicht unter einen Scheffel stellen!'“, appellierte Superintendent Hermann Miklas in seiner Andacht bei der Superintendentialversammlung. Eine Kirche, die sich nur noch mit Budgets, Häuserverwaltung und der Organisation von Jubiläumsfeiern beschäftige, verdiene den Namen Kirche Jesu Christi nicht mehr. „Die wenigsten Menschen können heutzutage noch etwas mit Kirche verbinden, was ohne Zweifel eine Folge der Säkularisierung ist“, erklärte Miklas im Verlauf der Tagung. „So sehen wir es als unseren spezifischen Auftrag an, den christlichen Glauben insbesondere in seiner evangelischen Ausprägung ins Gespräch zu bringen. Die verschiedenen Kirchen haben nun einmal unterschiedliche Profile, und das darf, ja soll auch ruhig zum Ausdruck kommen.

Daher sei es an der Zeit, das eigene Profil zu schärfen. Keinesfalls gehe es darum, eine antikatholische Aktion zu starten: „Wir haben längst ein gemeinsames Gegenüber, und das sind eben die Menschen, die nichts mehr mit Kirche anzufangen wissen.“ Das gute ökumenische Verhältnis in der Steiermark zeige sich auch daran, dass die Superintendentialversammlung im Stift Admont tagen könne

„Ich bin doch erschrocken, als wir errechnet haben, dass seit 2007 rund 2900 Menschen in der Steiermark aus der Evangelischen Kirche ausgetreten sind. Das ist etwa so viel, wie die Pfarrgemeinde Ramsau an Mitgliedern hat“, sagte die Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit der Diözese, Helga Rachl, bei der Präsentation der Kampagne. Die Imagekampagne soll daher gestartet werden, „weil wir einfach immer weniger werden. Die grundsätzliche Arbeit mit den Gemeinden, die super ist, reicht offensichtlich nicht mehr aus.“ Jeder größere Betrieb mache Imagekampagnen, warum nicht auch die Evangelische Kirche? Zielgruppe seien Menschen zwischen 20 und 40 Jahren, so Rachl

Bünker: „Stärken des Protestantismus in die Auslage stellen

„Wir leiden darunter, dass so wenige Menschen wissen, was evangelisch ist“, betonte Bischof Michael Bünker in seinem Grußwort. Daher sollten die Möglichkeiten genutzt werden, über den Binnenrand hinaus gesehen zu werden. In diesem Zusammenhang sprach der Bischof vom Reformationsjubiläum 2017, bei dem es auch darum gehe, „die Stärken des Protestantismus in die Auslage zu stellen“. Auch bei der Konferenz der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), die am 20. September in Florenz beginnt und deren Generalsekretär Bünker ist, gehe es um dieses Jubiläum: „Wir wollen zeigen, dass die Reformation ein europäisches Ereignis ist und nicht etwa ein nationales.“ So seien neben Edinburgh oder Sevilla auch österreichische Städte aufgefordert, sich als „Reformationsstadt“ zu bewerben.
Seinen ausdrücklichen Dank richtete der Bischof „an alle, die jetzt wieder mit der Schule begonnen haben“. Der Religionsunterricht sei die regelmäßigste Kontaktveranstaltung zu jungen Menschen und nicht nur deswegen „enorm wichtig“.

ISSN 2222-2464