Evangelische Generalsynode: Ausbau der Agrotreibstoffe verstärkt das Hungerproblem

Appell an Bundesregierung, Beimischungsziele aufzuheben

Villach (epd Ö) – „Wir fordern die österreichische Bundesregierung auf, die Beimischungsziele von 10 Prozent Agrotreibstoffen zu den fossilen Treibstoffen in Österreich bis 2010 bzw. 20 Prozent bis 2020 aufzuheben und die Erreichung der Kyoto-Ziele durch andere, geeignete Maßnahmen voranzutreiben.“ Das steht in einer Resolution mit dem Titel „Agrotreibstoffe und der Hunger“, die am 15. November von der in Villach tagenden Generalsynode der Evangelischen Kirche A.u.H.B. nach längerer Diskussion mit großer Mehrheit verabschiedet wurde.

In dem Papier, das sich an alle politisch und wirtschaftlich verantwortlichen EntscheidungsträgerInnen richtet, wird befürchtet, dass ein weiterer Ausbau der Agrotreibstoff-Industrie das Hungerproblem und die damit verbundenen sozialen Auswirkungen verstärkt und „dass das Treibstoffproblem und die damit verbundene Klimaerwärmung mit den derzeitigen Möglichkeiten nicht zu lösen ist“. Dringend geboten sei es, neue Verkehrskonzepte zu entwickeln und Maßnahmen zur Reduzierung des Treibstoffverbrauchs zu ergreifen. Der Umstieg auf erneuerbare Energiequellen und intelligente Energienutzung zur Erreichung der Kyoto-Ziele müsse gefördert werden.

Die Generalsynode hinterfragt die Diskussion über die Herstellung von so genanntem „Biosprit/Biodiesel“ und die Beimischungsquoten zu den Treibstoffen aus fossilem Rohstoff. In der Resolution heißt es: „Wer die bisherigen Expertisen und Erfahrungsberichte kritisch würdigt, kommt zu dem Schluss, dass die Herstellung von Agrotreibstoffen bis auf wenige Ausnahmen nicht das bewirkt, was damit erreicht werden soll, nämlich eine verbesserte Umweltbilanz, die Bekämpfung des Hungers und die Erhöhung der sozialen Gerechtigkeit.“

ISSN 2222-2464