Evangelische Frauenarbeit: „Gleichstellung darf nicht an Kirchentüren enden“

„Wir alle sind FreundInnen, Verwandte, Vorgesetzte und KollegInnen von Frauen, die unsere Solidarität und Unterstützung aus den unterschiedlichsten Gründen dringend brauchen“, so die Frauenarbeit in einer Aussendung. Foto: wikimedia/Clipart
„Wir alle sind FreundInnen, Verwandte, Vorgesetzte und KollegInnen von Frauen, die unsere Solidarität und Unterstützung aus den unterschiedlichsten Gründen dringend brauchen“, so die Frauenarbeit in einer Aussendung. Foto: wikimedia/Clipart

Brot für die Welt: Frauenprojekte weltweit weiterhin notwendig

Wien (epdÖ) – Mit einem Aufruf „die Rechte von Frauen aktiv einzufordern, Ungleichbehandlungen entgegenzutreten, Alltags-Sexismus und Abwertung von Frauen nicht zu dulden, sondern kritisch darauf aufmerksam zu machen und dagegen zu protestieren“ wendet sich die Evangelische Frauenarbeit an alle AmtsträgerInnen und Mitglieder der Evangelischen Kirche in Österreich. In einer Aussendung anlässlich des Internationalen Frauentages am Freitag, 8. März, schreibt die Frauenorganisation, die Gleichstellung von Frauen als Angestellte der Kirche sei „vorbildhaft umgesetzt“, jedoch dürfe die Gleichstellung „nicht an unseren Kirchentüren“ enden. „Wir alle sind FreundInnen, Verwandte, Vorgesetzte und KollegInnen von Frauen, die unsere Solidarität und Unterstützung aus den unterschiedlichsten Gründen dringend brauchen.“

Die Evangelische Frauenarbeit verweist auf den jährlich vom World Economic Forum publizierten Global Gender Gap Report (GGGR). Hier belegt Österreich den 53. Rang unter 149 Nationen (2006: Rang 27). Damit reihe sich das Land “unter die eher mäßigen Verfechter und Umsetzer von Frauenrechten ein“, so die Evangelische Frauenarbeit.  In der Kategorie „Wirtschaftliche Teilhabe und Möglichkeiten“ liegt Österreich auf Rang 81, bei der Lohngerechtigkeit auf Platz 107, im Bereich politischer Teilhabe auf Platz 44. Unter den westeuropäischen Staaten ist Österreich damit im hinteren Drittel. Der GGGR anerkennt aber auch „etwas Fortschritt beim Schließen des Gender Gaps“.

Der Global Gender Gap Report 2018 ist abrufbar unter: https://www.weforum.org

Brot für die Welt sieht weiterhin globale Benachteiligung von Frauen und Mädchen

Die globale Benachteiligung von Frauen und Mädchen hebt zum Internationalen Frauentag die evangelische Entwicklungshilfeorganisation Brot für die Welt hervor. Obwohl Frauen und Mädchen weltweit eine zentrale Rolle bei der Versorgung von Familien und in der Herstellung von Nahrungsmitteln zukomme, seien sie am stärksten von Hunger und Mangelernährung betroffen, schreibt die Organisation in einer Aussendung. Frauen besäßen nur selten Land, hätten kaum Zugang zu Krediten, Produktionsmitteln und Besitz. Sie hätten geringere Bildungschancen, verdienten weniger als Männer und machten den Großteil der unbezahlten Arbeit. „Diese Benachteiligungen haben Armut zur Folge“, betont Nina Hechenberger, Leiterin von Brot für die Welt Österreich. Laut der Welternährungsorganisation FAO seien 80 Prozent der Armen weltweit Frauen und Mädchen. Zudem litten Frauen häufig unter Gewalt, jede dritte Frau weltweit sei von sexueller Gewalt betroffen.

„Damit Frauen und Mädchen gleichberechtigt sein können, fördern wir Projekte, die es Frauen ermöglichen, ein eigenes Einkommen zu haben, sowie Zugang zu Bildung, Gewaltprävention und Beteiligung an politischen Prozessen zu bekommen“, erklärt Hechenberger und verweist auf die Notwendigkeit gendersensibler Entwicklungsarbeit. Bei dieser würde schon in der Phase der Projektentwicklung berücksichtigt, „dass Infrastrukturprojekte genauso wie Bildungs- und andere Projekte beiden Geschlechtern gleichermaßen zugutekommen“, so Hechenberger. Brot für die Welt unterstützt solche Projekte beispielsweise in Kamerun oder Nicaragua.

Brot für die Welt 
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ISSN 2222-2464