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Evangelisch-reformierter Oberkirchenrat: Menschenverachtender Haubner-Erlass „Skandal ersten Ranges“

Hennefeld: Folge eines mit christlichen Werten unvereinbaren Asyl- und Fremdengesetzes

Wien (epd Ö) – „Mit Entsetzen“ hat der Evangelische Oberkirchenrat H.B., die Kirchenleitung der Evangelisch-reformierten Kirche in Österreich, auf den Erlass von Sozialministerin Ursula Haubner reagiert, wonach Kindern von in Österreich legal lebenden Ausländern finanzielle Leistungen im Rahmen der Familienunterstützung (Kinderbetreuungsgeld und Familienbeihilfe) nicht ausgezahlt werden.

„Wir fordern die im Parlament vertretenen Parteien auf, unverzüglich alle nötigen Schritte einzuleiten, um diesen menschenverachtenden Erlass der Bundesministerin möglichst rasch aus der Welt zu schaffen, sofern sie das nicht von sich aus macht“, heißt es in der am Montag, 4. Dezember, veröffentlichten Stellungnahme der Reformierten Kirche. Es sei „ein Skandal ersten Ranges, dass Kinder nur, weil ihnen ihr Aufenthaltsrecht in Österreich von den Behörden noch nicht bescheinigt wurde, vom Bezug der oben angeführten Leistungen ausgeschlossen sind und Familien, die sich sowieso in einer prekären finanziellen Situation befinden, in noch größere Armut getrieben werden“. Die Reformierte Kirche sieht diesen Erlass als Folge „eines an sich mit christlichen Werten unvereinbaren Asyl- und Fremdengesetzes“. „Es kann und darf nicht sein, dass Menschen, die bei uns Zuflucht suchen und hier eine neue Heimat finden, mit solchen Unmenschlichkeiten konfrontiert werden“, so die vom reformierten Oberkirchenrat Mag. Thomas Hennefeld unterzeichnete Stellungnahme. Derartige Gesetze und eine Mentalität der Ausgrenzung würden sich zwangsläufig auf die gesamte Gesellschaft negativ auswirken, warnt die evangelisch-reformierte Kirchenleitung.

ISSN 2222-2464