evang.at auf deutscher Internetbörse

Kommunikationswissenschaftlerin Haberer: Komplexe Sachverhalte komplex verhandeln

Wien/Tutzing, 12. Dezember 2001 (epd Ö) Seine neuen Angebote hat das Internetprojekt der Evangelischen Kirche in Österreich „www.evang.at“ am Montagabend auf der deutschen Internetbörse präsentiert. Die Leistungsschau kirchlicher und religiöser Web-Angebote erfolgte im Rahmen der Expertentagung über christliche Kommunikation im Web, die von der Evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern veranstaltet wurde. „evang.at“ war als einziges österreichisches Projekt neben den deutschen Angeboten wie ekd.de, jesus.de, kirchenpresse.de oder konfiweb.de vertreten.

Wie der Projektleiter von evang.at, Pressepfarrer Dr. Thomas Dasek, erklärte, hätten sich seit dem Relaunch der Seiten im heurigen Jahr die Besucherzahlen verdoppelt. Mit über 200.000 monatlichen Sichtkontakten (page impressions) zähle evang.at zu einem der erfolgreichsten Internetangebote im Segment Kirche und Religion sowie im Non-Profit-Bereich. Im kommenden Jahr soll ein neues Forum für evangelische Veranstaltungen entstehen, stark ausgebaut werden auch die interaktiven Kommunikationsmöglichkeiten.

Johanna Haberer, Professorin für christliche Publizistik an der Universität Nürnberg-Erlangen, wies auf die zunehmende Segmentierung der Öffentlichkeiten hin. Dieser Trend werde sich durch das digitale Fernsehen und durch das Zusammenwachsen von Fernsehen, Radio und Internet beschleunigen, so die Kommunikationswissenschaftlerin bei der Fachtagung in Tutzing. „Die gesellschaftspolitischen Herausforderungen für die Kirchen werden dadurch größer und teurer“, meinte Haberer. Wenn kirchliches Engagement erfolgreich sein soll, müsse es auf der Basis eines unabhängigen, freien kirchlichen Journalismus erfolgen und finanziell so ausgestattet sein, „dass komplexe Sachverhalte auch komplex verhandelt werden können“.

ISSN 2222-2464