Europäische Kirchen fordern zu Weihnachten „inklusives Europa“

Bei der Übergabe der Weihnachtsbotschaft in Brüssel: KirchenvertreterInnen mit EU-Parlaments-Vizepräsidentin Mairead McGuinness (Mitte). Foto: CEC/Naveen Qayyum
Bei der Übergabe der Weihnachtsbotschaft in Brüssel: KirchenvertreterInnen mit EU-Parlaments-Vizepräsidentin Mairead McGuinness (Mitte). Foto: CEC/Naveen Qayyum

Gemeinsames Dokument an EU-Parlament in Brüssel übergeben

Brüssel (epdÖ) – Eine Weihnachtsbotschaft der europäischen Kirchen für ein „gastfreundliches und inklusives Europa“ wurde am Dienstag, 4. Dezember, von führenden Kirchenvertreterinnen und -vertretern an die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments in Brüssel, die Irin Mairead McGuinness, übergeben. „Im Geiste von Weihnachten“ bitten mehr als 30 Unterzeichnende, darunter der österreichische evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker, die Nationen und Völker Europas, nicht zuzulassen, dass Gleichgültigkeit gegenüber dem Leiden anderer um sich greife. Vielmehr solle für die Würde derer gesorgt werden, „die unsere Hilfe benötigen“. Fremde willkommen zu heißen „gehöre zu unserem christlichen und europäischen Erbe.“ Mit großer Sorge würden die Kirchen die Entwicklungen in Europas Antwort auf die Flüchtlingsbewegung beobachten. Es sei inakzeptabel, dass der Umgang mit Migration zu Situationen führe, in denen der massive Verlust von Menschenleben auf dem Weg nach Europa „normal“ geworden sei.

Parlaments-Vizepräsidentin McGuiness meinte im Rahmen der Überreichung, die Botschaft komme zur rechten Zeit, sie sei „herausfordernd und wert, sie zu lesen. Sie ruft uns alle, die wir starke Schultern haben, auf, mehr zu tragen als diejenigen, die weniger starke Schultern haben“. Wann, wenn nicht zu Weihnachten, sei die beste Zeit, sich um weniger Begünstigte zu kümmern, fragte die EU-Repräsentantin.

Die Kirchen erinnern in dem Papier zudem daran, dass auch Jesus, dessen Menschwerdung zu Weihnachten gedacht werde, Flüchtling gewesen sei: „ Als Kind fand er in Ägypten Zuflucht, als Maria und Josef flohen, weil Herodes drohte, Jesus zu töten. Jesus wird ohne Zuhause geboren und er erlebt Gewaltherrschaft und Leiden. Er identifiziert sich mit den Flüchtlingen und den Unterdrückten und ruft uns auf, uns in ähnlicher Weise mitfühlend mit den Schutzbedürftigen zu identifizieren.“ Die Glaubensgemeinschaften rufen in Erinnerung, dass kein Mensch oder keine Gruppe von Menschen ein „Problem“ darstellen dürfe, sondern jeder Person mit Respekt für die Würde begegnet werden solle, mit der sie von Gott geschaffen sei: „Wir sind alle Teil der gleichen Menschheit, frei von Unterschieden zwischen Fremden und Einwohnerinnen und Einwohnern.“

An der Übergabe in Brüssel beteiligt waren Mitglieder der Kommission der Kirchen für Migranten in Europa (CCME) und der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK). Zu den unterzeichnenden Kirchen gehören neben der evangelisch-lutherischen Kirche Österreichs die Evangelische Kirche in Deutschland oder die Church of Scotland sowie internationale Organisationen wie der Lutherische Weltbund.

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ISSN 2222-2464