EU-Erweiterung: Evangelische Akzente

Superintendentenkonferenz trifft Vertreter der Evangelischen Kirche in Ungarn

Linz/Lutzmannsburg/Pressburg/Villach, 28. April 2004 (epd Ö) Im Dreiländereck zwischen Österreich, Ungarn und der Slowakei wird die EU-Erweiterung am Morgen des 1. Mai mit einem ökumenischen Gottesdienst begangen, an dem Vertreter aus den angrenzenden neuen EU-Staaten teilnehmen. Am Nachmittag findet in der Artikularkirche in Nemesker ein Begegnungstreffen zwischen der österreichischen Superintendentenkonferenz und Vertretern der Evangelisch-lutherischen Kirche in Ungarn statt.

Mit einer gemeinsamen Veranstaltung mit Blasmusik, Geläut der Kirchenglocken und Grußworten der Bürgermeister feiern am Tag der EU-Erweiterung die politischen Gemeinden Agfalva, Schattendorf und Loipersbach die Grenzöffnung. Höhepunkt ist eine ökumenische Andacht mit der Segnung eines Grenzsteines.

Kärnten: Ökumenisches Friedensgebet

„Kultur braucht Austausch – Glaube braucht Austausch“ ist das Thema eines Radiogottesdienstes aus der Evangelischen Kirche am Stadtpark in Villach am 2. Mai, in dessen Mittelpunkt auch die Erweiterung der Europäischen Union um zehn neue Mitgliedsstaaten steht. In dem von Superintendent Mag. Manfred Sauer und Ortspfarrer Mag. Jürgen Öllinger gestalteten Abendgottesdienst in der Sendereihe „Motive – Aus dem evangelischen Leben“ spielt das Carinthia Saxophon Quartett unter der Leitung von Gilbert Sabitzer.

Ein Ökumenisches Friedensgebet anlässlich der EU-Erweiterung mit Superintendent Mag. Manfred Sauer und Bischof Dr. Alois Schwarz findet am Abend des 30. April in der Stiftskirche in St. Georgen am Längsee statt. Die Feier ist verbunden mit einem Festkonzert slowenischer KünstlerInnen mit Musik aus dem 17. Jahrhundert. Das Konzert schließt um 24.00 Uhr mit einem Feuerwerk zur Europahymne.

Oberösterreich: Aufruf zur Fürbitte

In einem Rundbrief von Superintendent Mag. Hansjörg Eichmeyer und Superintendentialkurator DI Heinz Espernberger an alle geistliche AmtsträgerInnen der Diözese Oberösterreich werden die Gemeinden aufgerufen, in den Gottesdiensten am 2. Mai für das Zusammenleben der Menschen in Europa zu beten. In dem Schreiben wird daran erinnert, dass zum ersten Mal die Sprachgrenze zum slawischen Bereich überschritten werde. „Wir Oberösterreicher haben nun eine offene Grenze mit unserem nördlichen Nachbarland Tschechien“, heißt es in dem Brief. Weiters wird betont: „Gerade die Kirchen können mit ihrer Botschaft das Vertrauen, den Mut und die Offenheit für die Zukunft stärken.“

Dem Brief sind Vorschläge für die Formulierung gottesdienstlicher Fürbittengebete anlässlich der EU-Erweiterung beigegeben.

Preßburg: Ökumenischer Festgottesdienst

Der Ökumenische Rat der Kirchen in der Slowakischen Republik, die Slowakische Bischofskonferenz und der Nationalrat der Slowakischen Republik halten aus Anlass des EU-Beitritts am Freitag einen großen Festgottesdienst in der Preßburger Großen Evangelischen Stadtpfarrkirche. Der Festgottesdienst, bei dem der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in der Slowakischen Republik und evangelische Generalbischof Julius Filo, der Vorsitzende der Slowakischen Bischofskonferenz, Bischof Frantisek Tondra, sowie der Präsident des slowakischen Nationalrats, Pavol Hrusovsky, das Wort ergreifen werden, wird vom staatlichen Fernsehen und Rundfunk direkt übertragen. Auch der slowakische Präsident Rudolf Schuster sagte seine Teilnahme zu. In der Einladung zu dem Gottesdienst, an dem auch der evangelisch-lutherische Bischof Mag. Herwig Sturm teilnehmen wird, heißt es wörtlich: „Die Christen in der Slowakei sind sich an dem historischen Meilenstein des Eintritts unseres Landes in die Gemeinschaft der Europäischen Union bewusst, dass sie eine Menge göttlicher Gnadengaben empfangen haben. Sie wollen diese als wichtigen Wert in das Zusammenleben der Völker Europas einbringen.“

ISSN 2222-2464