Ethiker für Forschung an überzähligen Embryonen

Professor Körtner und Fachkollegen schlagen Kompromiss zur Frage des Stammzellenimports vor

Wien/Frankfurt, 23. Jänner 2002 (epd Ö) Einen Kompromiss zur Frage des Stammzellenimports hat eine Gruppe evangelischer Ethiker, darunter der Wiener Professor für Systematische Theologie, Ulrich H.J. Körtner, vorgeschlagen. In einem am 23. Jänner in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienen Artikel fordern die Theologen, neben Körtner auch Dietrich Rössler, Trutz Rendtorff, Johannes Fischer, Klaus Tanner, Christofer Frey, Hartmut Kreß, Christian Schwarke und Rainer Anselm, Forschung an sogenannten überzähligen oder verwaisten Embryonen, die auf Grund ihrer eingeschränkten Entwicklungsmöglichkeiten aus medizinischen Gründen nicht mehr für eine Schwangerschaft implantiert werden können, zuzulassen. Dies gelte auch für die Forschung an bereits existierenden Stammzellen. Entschieden sprechen sich die Ethiker gegen die Herstellung von Embryonen zu Forschungszwecken aus.

Körtner und seine Fachkollegen räumen ein, dass aus evangelischer Sicht unterschiedliche Antworten auf die derzeit diskutierten Fragen denkbar seien, „die von restriktiven bis zu offeneren Positionen reichen“. Auch innerhalb der beiden großen Kirchen seien die Auffassungen zurzeit nicht einheitlich. Die Ethiker unterstreichen in ihrem Artikel, dass menschliches Leben prinzipiell unter einem besonderen Schutz stehe. Menschen dürften nicht für noch so ranghohe Forschungs- und Heilungsziele getötet werden.

science.orf.at/science/koertner/40305

ISSN 2222-2464