Erstmals „Solidaritätsfest für Griechen“ in Wien

Beim Solidaritätsfest für die griechische Bevölkerung am 3. Juni in Wien erklärte Bischof Michael Bünker, dass die Menschen Europas "jenseits aller Schuldenkrisen in Gemeinschaft zusammengehören". (Im Bild mit Metropolit Arsenios Kardamakis, Foto: www.metropolisvonaustria.at)
Beim Solidaritätsfest für die griechische Bevölkerung am 3. Juni in Wien erklärte Bischof Michael Bünker, dass die Menschen Europas „jenseits aller Schuldenkrisen in Gemeinschaft zusammengehören“. (Im Bild mit Metropolit Arsenios Kardamakis, Foto: www.metropolisvonaustria.at)

Bünker: „Die Menschen Europas gehören zusammen“

Wien (epdÖ) – „Wir sind Griechen“ – unter diesem Motto stand ein Solidaritätsfest, zu dem die Griechisch-orthodoxe Kirche am 3. Juni in die Wiener Innerstadt eingeladen hat. Metropolit Arsenios Kardamakis erinnerte an die griechische Gastfreundschaft, die bereit sei, auch das Wenige „gern zu teilen“, und an das „große Herz des griechischen Volkes“ und seine Bereitschaft, Leid ebenso wie Freude zu tragen. Umso mehr schmerzten ihn seit Beginn der Schuldenkrise die „negativen Schlagzeilen und Vorurteile“ im politischen Diskurs und in der medialen Berichterstattung.

Zugleich betonte Kardamakis die Dankbarkeit seiner Kirche für die Unterstützung durch die anderen Orthodoxen Kirchen, die Katholische und die Evangelische Kirche sowie die Wiener Stadtbehörden.

Der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker sagte, dass die Menschen Europas „jenseits aller Schuldenkrisen in Gemeinschaft zusammengehören“. Die Vielfalt sei ein Schatz, der bewahrt werden müsse. Das Bild des dreifaltigen Gottes zeige den Christen, dass Verschiedenheit keine Bedrohung der Gemeinschaft ist. Der evangelische Bischof formulierte den Wunsch, dass es in Zukunft alljährlich ein griechisches Solidaritätsfest „Wir sind alle Griechen“ in der Innenstadt geben sollte.

Der römisch-katholische Erzbischof von Wien, Kardinal Christoph Schönborn, unterstrich die Richtigkeit des Mottos: Europa verdanke den Griechen die Grundlagen des europäischen Geistes, für die Christen komme hinzu, dass die Griechen als erste in Europa das Evangelium angenommen hätten und das Neue Testament auf Griechisch geschrieben wurde.

Der Erlös des Solidaritätsfestes kommt der karitativen Arbeit der Kirche in Griechenland zugute. In Athen, aber auch in anderen griechischen Städten würden täglich mehr als 100.000 Mahlzeiten ausgegeben. Dazu kämen tausende Nahrungsmittelpakete für verarmte Familien und alte Menschen sowie Hilfeleistungen für Waisenhäuser, Altenheime und Spitäler.

ISSN 2222-2464