Erster Lehrgang „Gemeinde leiten“ abgeschlossen

Krobath: Gezielter Beitrag zur Weiterbildung von Leitungskompetenz

Wien, 16. Jänner 2002 (epd Ö) Seinen Abschluss gefunden hat der erste Lehrgang „Gemeinde gestalten, entwickeln, leiten“ am vergangenen Samstag, 12. Januar, im kardinal-könig-haus in Wien. Ziel des zweijährigen Lehrganges sei es, einen „gezielten Beitrag zur Weiterbildung von Leitungskompetenzen“ zu bieten, sagte Dr. Thomas Krobath, einer der vier Lehrgangsleiter. „Wir haben in unseren Kirchen die Schwierigkeit, dass Ehrenamtliche und Hauptamtliche Mitarbeiterinnen gemeinsam leiten.“ Diese Spannung sei auch im Kurs zu spüren gewesen. Gelernt haben die 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem Teams zu leiten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu begleiten oder Sitzungen zu moderieren und zu leiten.

Die Evangelische Kirche A. und H.B. bestätigt den Absolventinnen und Absolventen in einem Zertifikat, dass sie „durch den erworbenen Abschluss in besonderer Weise für Leitungsaufgaben in der Evangelischen Kirche in Österreich qualifiziert“ sind.

Salzer: Unterschiedliches Leitunghandeln bei Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen

Geplant und umgesetzt haben den Lehrgang, ein gemeinsames Projekt der Evangelischen Religionspädagogischen Akademie (ERPA) und des Zentrums für Seelsorge und Kommunikation (SeKo), Oberkirchenrat Dr. Michael Bünker, Evelyn Kiffmann, Mag. Dr. Thomas Krobath, Pfarrerin Mag. Monika Salzer und der ehemalige wirtschaftliche Kirchenrat Mag. Günter Tröbinger. Salzer betonte am Samstag, dass es „sehr wichtig“ sei, das jeweilige Leitungshandeln in seiner „Unterschiedlichkeit bei Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen zu beachten“. Es sei unumgänglich, „über das Leiten gemeinsam zu reden“.

Lehrgang „ganz sicher ein Erfolg für mich“

Begeistert zeigten sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer von dem Lehrgang. „Der Kurs war ganz sicher ein Erfolg für mich“, bilanzierte der Wiener Pfarrer Mag. Michael Wolf, der sein Projekt zur KonfirmandInnen-Elternarbeit präsentierte. „Wir haben sehr intensiv gearbeitet, und ich habe meine eigene Leitungsfähigkeit ausgebildet.“ „Unser Projekt ist sehr gut angekommen“ erzählt Pfarrerin Mag. Ingrid Tschank aus Gols. Gemeinsam mit Inge Andert, Gudrun Steiniger und der Evangelischen Frauenarbeit Burgenland hat die Pfarrerin pflegende Angehörige zu Gesprächsabenden eingeladen, um bei dieser „schweren Aufgabe Begleitung anzubieten“. An den beiden ersten Abenden sind jeweils rund 30 Frauen der Einladung gefolgt. „Wir arbeiten im Caféhaussystem“, so Tschank, „unsere Gäste sitzen an Sechsertischen, so dass sie miteinander ins Gespräch kommen über das Thema, das ein Referent oder eine Referentin vorher referiert hat.“ Auch Tschank betonte, sie habe „viele neue Impulse durch den Kurs bekommen.“

Bünker: Personalentwicklung bei Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen

„Die Investition in die Personalentwicklung ist bei Hauptamtlichen und bei Ehrenamtlichen notwendig“, betonte Oberkirchenrat Bünker. „Auf diese Weise stellen wir Bedingungen her, unter denen Menschen gerne arbeiten“. Dies sei auch Teil der Qualitätssicherung innerhalb der Evangelischen Kirche. Daher fördere die Evangelische Kirche diesen Lehrgang, indem sie die Begleitkosten und die Honorare für die Leitenden übernimmt.

Der zweite Lehrgang „Gemeinde gestalten, entwickeln leiten“ beginnt im Oktober. Die Teilnahme wird rund 870 Euro (ATS 12.000) kosten. Für Auskünfte stehen Dr. Thomas Krobath, T 01/470 60 90 und Pfarrerin Mag. Monika Salzer, T 0676/723 67 36 zur Verfügung.

ISSN 2222-2464