Erste Gefängnispfarrerin tritt Dienst an

In der Justizanstalt Stein wurde die evangelische Pfarrerin Johanetta Reuss in ihr Amt als Gefangenenseelsorgerin eingeführt

Wien, 15. Oktober 2003 (epd Ö) Mit Mag. Johanetta Reuss tritt die erste evangelische Pfarrerin einen hauptamtlichen Dienst in der Gefangenenseelsorge an. Die Amtseinführung der 46-jährigen Pfarrerin fand am Mittwochnachmittag, 15. Oktober, in der Justizanstalt Stein statt und wurde von Superintendent Mag. Paul Weiland und Senior Mag. Hansjörg Lein vorgenommen.

„Das Gefängnis ist ein Ort, an den wir besonders mit dem Evangelium gerufen sind, wo sicher kein leichtes Arbeiten ist, jede Zuwendung aber auf fruchtbaren Boden fällt“, sagte Reuss gegenüber epd Ö. Zuständig ist die erste Gefängnispfarrerin für die niederösterreichischen Strafanstalten, ihr Dienstort ist die Justizanstalt Stein.

Weiland: Unterschiedslos und voraussetzungslos zu den Menschen gehen

„Mit der Errichtung der Stelle einer Gefängnispfarrerin kommt die Kirche ihrem Auftrag nach, unterschiedslos und voraussetzungslos zu den Menschen zu gehen“, betonte Weiland bei der Amtseinführung. Die Kirche signalisiere damit aber auch der Gesellschaft, „dass kein Mensch aufgegeben werden darf, keiner endgültig chancenlos ist.“

Die auf Schloss Ernstbrunn (NÖ) aufgewachsene Reuss studierte Theologie in Wien, Göttingen und München. Als Pfarrerin war sie mehrere Jahre im burgenländischen Lutzmannsburg, zuletzt in Wien-Liesing tätig. Acht Jahre lang arbeitete sie als Pfarrerin in der Kirchenprovinz Sachsen.

Die Stelle der Gefangenenseelsorgerin für das Bundesland Niederösterreich ist als 50-Prozent-Stelle konzipiert. Zu weiteren 50 Prozent wird Reuss für die Krankenhausseelsorge an der Rudolfsstiftung in Wien 3 verantwortlich sein.

ISSN 2222-2464