Erfreuliche Entwicklung in evangelischer Kirche: Deutlich mehr Eintritte, weniger Austritte

Statistik 2005 veröffentlicht – Bischof Sturm: Einladende Kirche auch über Grenzen der Mitglieder hinaus

Wien (epd Ö) – Im letzten Jahr sind deutlich mehr Menschen in die evangelische Kirche eingetreten als im Jahr davor, die Austritte sind gleichzeitig zurückgegangen. Laut der am Freitag, 7. April, veröffentlichten Statistik für das Jahr 2005 sind die Eintritte um fast 14 Prozent im Vergleich zu 2004 gestiegen, während die Austritte österreichweit um 4 Prozent sanken. Ein deutliches Plus ist auch bei den Amtshandlungen zu verzeichnen: Die Zahl der Taufen stieg um 6 Prozent, die Trauungen haben um 3,69 Prozent zugenommen, auch mehr Jugendliche wurden konfirmiert (+ 3,64 Prozent). Insgesamt kann die evangelische Kirche so ihren Mitgliederstand stabil halten: Mit Stichtag 31.12.2005 gehörten 324.296 Menschen der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich an, im Jahr davor waren es 325.429 (-0,35 Prozent). Die Evangelische Kirche H.B. in Österreich umfasst 9.947 Personen (-0,98 Prozent), 6.091 Menschen mit reformiertem Bekenntnis leben in Gemeinden der Evangelischen Kirche A.B. (+5,42 Prozent).

Der lutherische Bischof Mag. Herwig Sturm führt diese erfreuliche Entwicklung auf den Prozess der Organisationsentwicklung zurück, dem sich die Kirche in den letzten drei Jahren gestellt hatte und der derzeit in der zweiten Phase läuft. „Wie wir als Kirche dastehen, das ist ein starkes Thema für uns geworden. Wir sehen in der positiven Entwicklung die Frucht einer intensiven Beschäftigung mit unserer Kirche“, sagte der Bischof gegenüber epd Ö. Die evangelische Kirche sei eine „einladende Kirche“ auch über die Grenzen der Mitglieder hinaus. Es gehe darum, die Bindung zu den Gemeindegliedern zu verstärken und sich „sichtbar den Menschen außerhalb der Gemeinde zuzuwenden“. Das Thema Spiritualität, das das vergangene Jahr bestimmt hatte, ebenso wie die „kinderfreundliche Kirche“ als aktueller Schwerpunkt hätten die Gemeinden „Ermutigung und Stärke“ erleben lassen.

ISSN 2222-2464