Energie im Dienst des Lebens

Projekt durchleuchtet Energienutzung des „Unternehmens“ Kirche – Beirat von „Wirtschaft(en) im Dienst des Lebens“ tagte in Wien

Wien (epd Ö) – Das neue Projekt „Energie im Dienst des Lebens“ wurde bei seiner 5. Sitzung vom Beirat „Wirtschaft(en) im Dienst des Lebens“ am Samstag, dem 24. Februar, im Evangelischen Zentrum in Wien vorgestellt. Die Motivation für dieses Projekt liegt nach Ing. Dr. Albrecht Reuter, Geschäftsführer der IRM Consulting und Services GmbH, in der „Verantwortung angesichts der globalen Klimaerwärmung“. Der Primärenergieverbrauch könne nur drastisch reduziert werden, wenn der Mensch sein Verhalten bezüglich des Energieverbrauchs ändere. Das müsse jedoch mit einem nachhaltigen Arbeiten verbunden werden, um die Reduzierung des Energieverbrauchs zu unterstützen. Mag. Herwig Sturm, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich, erklärte, man wolle mit diesem Projekt „ein Vorbild sein“, wobei es „viele Weggenossen“ gebe.

 

Das Projekt will untersuchen, wie das Unternehmen „Evangelische Kirche“ im Blick auf die Nutzung und den Verbrauch von Energie funktioniere und welche Multiplikatorenrolle der Evangelischen Kirche zukommen könnte. In einem weiteren Schritt soll analysiert werden, von welchen evangelischen Gemeinschaften schon etwas gelernt werden kann. Dabei denkt man z.B. an evangelische Kommunitäten in Österreich und Deutschland und den ihnen eigenen Lebensstil. Laut Reuter soll das Forschungsprojekt beim Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie eingereicht werden.

 

Mehr Energie bedeutet nicht mehr Lebensqualität

 

Auf die Tatsache, dass „ein Mehr an Energieverbrauch nicht ein Mehr an Lebensqualität“ heiße und die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung keine nachhaltige sei, wies Mag. Markus Bliem vom Institut für Höhere Studien Kärnten hin. Er erklärte, dass durch das Forschungsprojekt eine Energiebilanz für die Evangelische Kirche erstellt werden solle und ein daraus hervorgehender Maßnahmenkatalog vorbereitet werde. Univ.-Prof. Mag. Dr. Bernhard Mark-Ungericht vom Institut für Internationales Management der Universität Graz verwies darauf, dass soziale Innovationen auch Nachhaltigkeitseffekte hätten. Die Kirche wäre „prädestiniert, zum Thema Gemeinschaft etwas zu sagen“. Man wolle die Vielfalt von Ideen sammeln und nach verallgemeinerbaren Komponenten bei der Frage nach alternativen Formen des Zusammenlebens suchen. Das Ziel sei ein Handbuch, mit dem einzelne Gemeinden arbeiten können.

 

Der Koordinator des Prozesses „Wirtschaft(en) im Dienst des Lebens“, Pfarrer Mag. Norman Tendis, erinnerte daran, dass der Titel dieses Prozesses zwei Ebenen beinhalte. Zum einen ginge es um die Frage der nachhaltigen Strukturen und wie eine Wirtschaft gerecht strukturiert werden kann, damit nicht jedes Jahr 30 Millionen Menschen an Hunger sterben müssten. Zum anderen beinhalte „Wirtschaften im Dienst des Lebens“ die Hausaufgabe, innerhalb der Evangelischen Kirche in Österreich und ihrer Häuser, Pfarrgemeinden und mit ihren Mitgliedern Maßnahmen umzusetzen. Das gegenwärtige Gesellschaftsmodell sei in der Krise. Immer mehr Singlehaushalte würden indirekt auch immer mehr Energieverbrauch bedeuten, wenn man z.B. an den eigenen Kühlschrank, den eigenen Fernseher und das eigene Auto denke.

ISSN 2222-2464