EKD-Chef: Keine Rachegefühle nach Amoklauf

Zeichen der Trauer und des Mitgefühls nach dem Amoklauf in München. Foto: Maximilian Dörrbecker/wikimedia
Zeichen der Trauer und des Mitgefühls nach dem Amoklauf in München. Foto: Maximilian Dörrbecker/wikimedia

Bedford-Strohm sah „in Stunden des Schreckens viele Signale der Menschlichkeit“

München (Bayern) (APA/dpa) – Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat nach dem Amoklauf von München vor Rachegefühlen gewarnt. Er hoffe, „dass sich unter uns nicht Angst ausbreitet, sondern die Zuversicht wieder Fuß fassen kann“, teilte der Landesbischof am Samstag in München mit.

„Was immer der Hintergrund der Gewalttat ist: Wir werden niemandem den Triumph gönnen, dass sich Angst, Hysterie oder Rachegefühle ausbreiten.“ In den Stunden des Schreckens am Freitagabend habe es viele Signale der Menschlichkeit gegeben, betonte Bedford-Strohm, der auch bayerischer Landesbischof ist: „Ich bin dankbar für die Erfahrung, dass gerade in einer solchen Situation der Trauer und des Erschreckens alle zusammenstehen. Ich habe gestern Abend, als ich in meinen Büro in der Münchner Innenstadt festsaß, viele Zeichen der Anteilnahme aus aller Welt bekommen. Die Menschen in München haben während der Stunden der Unsicherheit ihre Häuser geöffnet um Passanten Schutz zu geben.“

Grund zur Dankbarkeit bestehe auch angesichts des Einsatzes der Polizei: „Sie hat nicht nur alles getan, um weiteren Schaden an Leib und Leben zu verhindern, sondern sie hat über die sozialen Medien die Bevölkerung auch optimal informiert.“

ISSN 2222-2464