Ein Dach über dem Kopf für jeden Flüchtling

NÖ-Superintendentialversammlung fordert Grundversorgung für Flüchtlinge – Weiland: Derzeitige Vorgangsweise unmenschlich und unchristlich

St. Pölten, 9. Oktober 2002 (epd Ö) Eine Grundversorgung für Flüchtlinge hat die Superintendentialversammlung der evangelischen Diözese Niederösterreich gefordert. In einer Resolution, die die Superintendentialversammlung am 5. Oktober einstimmig verabschiedete, rufen die 55 Delegierten der niederösterreichischen Pfarrgemeinden die Bundesregierung auf, dafür zu sorgen, dass jeder Mensch, der als Flüchtling nach Österreich gekommen ist, ein Dach über dem Kopf, zu essen, eine gesundheitliche Versorgung sowie die Chance auf ein Asylverfahren hat. „Kein Mensch darf vor Abschluss eines fairen Verfahrens oder einer notwendigen Rückkehrberatung auf der Straße landen“, heißt es in der Resolution. Die Delegierten zeigen sich „betroffen und bestürzt darüber, dass dieser Aufruf überhaupt geäußert werden muss“.

Im Begleitschreiben an Bundeskanzler Wolfgang Schüssel kritisiert der niederösterreichische Superintendent, Paul Weiland, die derzeitige Vorgangsweise als „unmenschlich und unchristlich“. Als Geschöpf Gottes komme jedem Menschen, in welcher Situation er auch immer stehe, Achtung und Würde zu. Weiland: „Diese Einstellung erwarten wir gerade auch von den politisch Verantwortlichen in Österreich.“

Durch die evangelische Pfarrgemeinde neben dem Flüchtlingslager in Traiskirchen, durch die Beratungs- und Betreuungsstellen des Flüchtlingsdienstes und durch die Aufnahme von Flüchtlingen in den Pfarrgemeinden seien viele Gemeindeglieder „direkt und hautnah“ mit der Problematik konfrontiert.

Die Superintendentialversammlung beschäftigte sich weiters mit der Notfallseelsorge, dem Prozess „Offen Evangelisch“ und der Vorbereitung der Synode.

ISSN 2222-2464