Eichmeyer: Gottesdienst als Zentrum des Gemeindelebens

Rückblick auf 15 Jahre im Superintendentenamt

Wallern (epd Ö) – „Die Gemeinschaft der Christen soll nicht nur beschworen, sondern beglückend in persönlichen Kontakten und Beziehungen erlebt werden.“ Das sagte der amtierende Superintendent der Diözese Oberösterreich, Mag. Hansjörg Eichmeyer, vor der Superintendentialversammlung am 23. April in Wallern. Zum rechten Glauben gehöre auch die rechte personale Beziehung zum Nächsten, so Eichmeyer im Rückblick auf seine 15-jährige Amtszeit als Superintendent.

Als „schmerzhaft“ bezeichnete der Superintendent, der mit Ende August in den Ruhestand tritt, den permanenten Rückgang des Seelenstandes. Auch die vermehrten Eintritte könnten dies nicht ausgleichen. Derzeit gehören 53.887 Menschen der Evangelischen Kirche A.B. in Oberösterreich an. „Es tut weh“, so Eichmeyer, „dass wir vom allgemeinen Trend nicht ausgenommen sind.“ Deutlich zeige sich etwa bei den Austritten, dass sich die Krisen der römisch-katholischen Kirche auch auf die evangelische negativ auswirkten. Erfreulich sei hingegen die kontinuierliche Steigerung der Kirchenbeiträge. Während die Zahl der Taufen bei rund 500 pro Jahr konstant bleibt, verzeichnet die Diözese Oberösterreich deutlich mehr Trauungen.

Glauben artikulieren und argumentieren

An die Delegierten der Superintendentialversammlung appellierte Eichmeyer, dem Gottesdienst als „Zentrum des Gemeindelebens größte Aufmerksamkeit“ zu schenken. Insgesamt konnten im letzten Jahr 317.200 Menschen mit gottesdienstlichen Veranstaltungen angesprochen werden.

Dass seine Idee von einem evangelischen Studentenheim erfolgreich umgesetzt werden konnte, bezeichnete Eichmeyer als „kleines Wunder“. Heuer feiert das Bonhoeffer-Heim in Linz seinen 10-jährigen Bestand und sei „bei besten Referenzen“ voll ausgelastet, nun denke man daran, ein zweites Heim neben der Fachschule in Hagenberg zu errichten. Die Theologischen Kurse, die Eichmeyer mit einem kleinen Team vor 10 Jahren initiiert hatte, helfen dazu, den Glauben „zu artikulieren und argumentativ zu vertreten“. Bildung ohne römisch-dogmatische Bevormundung gehöre zum Kern des Protestantismus. Die Bildungswerke – mittlerweile in „99 % aller Pfarrgemeinden“ – leisten dazu ihren Beitrag. Das Evangelische Museum Oberösterreich in Rutzenmoos habe sich zu einem „Haus evangelischer Öffentlichkeitsarbeit“ entwickelt und informiere anschaulich über Vergangenheit und Gegenwart. In der Jugendarbeit seien zahlreiche notwendige Renovierungen und Adaptierungen der Einrichtungen angestanden. Seitens der Pfarrgemeinden habe das diözesane Leitungsgremium in den letzten 15 Jahren 43 bauliche Großprojekte behandelt. Eichmeyer dankte an dieser Stelle für die großzügigen Förderungen des Landes, die die kirchliche Arbeit der Diözese erleichterten.

Dank sprach der Superintendent auch allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus, die in den verschiedenen Bereichen erfolgreiche Arbeit leisten. Insbesondere dankte Eichmeyer seiner Frau, Ulrike Eichmeyer-Schmid, die für die Arbeit des Bildungswerkes verantwortlich zeichnet.

„Vom Abendmahl ausgrenzende Bestimmungen können wir leider nicht ändern“, sagte Eichmeyer zur Ökumene, die „menschliche Basis“ jedoch könnte „nicht besser“ sein. Der Superintendent erinnerte auch an die Ökumenische Sommerakademie in Kremsmünster, die als theologisch-wissenschaftliche Tagung mittlerweile internationale Anerkennung finde. Eichmeyer und die gesamte Superintendentialversammlung dankten der langjährigen Chefsekretärin der Superintendentur, Friederike Lettner, die nach über 26 Jahren Tätigkeit für die Diözese in den Ruhestand tritt.

ISSN 2222-2464