Eichmeyer: Durch Luther-Film Reformation verstehen

OÖ-Premiere in Linz – Schüller: Luther hat Kern der Botschaft gespürt

Linz/Wien, 18. Februar 2004 (epd Ö) Als einen „Beitrag zum besseren Verständnis der Reformation“ hat der oberösterreichische Superintendent Mag. Hansjörg Eichmeyer den Film „Luther“ bezeichnet. Das aufwändige Historiendrama dokumentiere das Anliegen Luthers, der „nicht eine eigene Kirche gründen, sondern seine von Kind auf vertraute Kirche nach einigen Fehlwegen an die biblischen Wurzeln zurückführen, reformieren wollte“, sagte der Superintendent bei der Oberösterreich-Premiere des Films am Donnerstag, 12. Februar, im Hollywood Megaplexx-Kino in Linz-Pasching. Rund 400 Personen waren der Einladung des Superintendenten gefolgt, der sich im anschließenden Gespräch darüber freute, dass Luther „nicht im abgesonderten kirchlichen, sondern im öffentlichen, säkularen Raum zum neuen Gespräch“ wird.

Martin Luther sei sicher ein Christ gewesen, der den Kern der christlichen Botschaft gespürt und entdeckt hatte und davon beseelt war, diesen Kern den Menschen wieder neu nahe zu bringen: Das sagte der römisch-katholische Theologe Dr. Helmut Schüller am 12. Februar im „Krone Hit“-Radio im Hinblick auf den neuen Luther-Film, bei dessen Wiener Premiere am Mittwochabend der Hochschulseelsorger anwesend war. Dass Luther in vielem Recht hatte, sei letztlich auch von der katholischen Kirche mit einiger Verzögerung anerkannt worden, so Schüller, der auf die Unterzeichnung der gemeinsamen katholisch-evangelischen Erklärung zur Rechtfertigungslehre verwies.

Schüller räumte ein, dass Dinge wie der Ablasshandel, bei dem die Angst der Menschen vor dem Fegefeuer und der Hölle von der Kirche „primitiv materialisiert“ wurde, Luther zu Recht erschüttert hätten. Schüller: „Die Kirche kann Menschen zum Gebet und zu Gott führen und auch zur Bitte um Vergebung, aber sie kann nicht mit der Vergebung Gottes Handel treiben“. Auf den Zölibat angesprochen, meinte Schüller, dass die Kirche über Jahrhunderte auch ohne Pflichtzölibat ausgekommen sei. Daneben gebe es auch Teilgebiete der katholischen Kirche, wo es verheiratete Priester gibt, so Schüller unter Verweis auf die mit Rom unierten Kirchen der verschiedenen östlichen Riten. „Ich glaube, die Kirche sollte wieder dazu zurückkehren, wo sie schon einmal war, und es den Priestern freistellen, ob sie als Familienväter oder als Alleinstehende in diesem Beruf stehen wollen“, so Schüller wörtlich.

ISSN 2222-2464