Ehrenamtliche Markenzeichen von Offen Evangelisch

Ganztägiges Plenum Offen Evangelisch in Salzburg

Salzburg, 28. Mai 2003 (epd Ö) „Es ist gut, das Original zu sein und das Original zu bleiben“, das sagte die Superintendentin von Salzburg und Tirol, Mag. Luise Müller, in ihrer Begrüßung bei dem Plenum Offen Evangelisch am 24. Mai in der Salzburg AG in Salzburg über die Evangelische Kirche. Es sei bereits „ein Markenzeichen von Offen Evangelisch, dass so viele Ehrenamtliche bei diesem Projekt mitarbeiten“, so Müller.

Bei der ganztägigen Veranstaltung in Salzburg präsentierten die ProjektmitarbeiterInnen mit Ständen, Plakaten, Schaubildern und Computeranimationen ihre Zwischenergebnisse. Die Projektgruppe „Räume zum Wohlfühlen“ hatte sogar eine Kirchenbank aus Innsbruck für ihre Präsentation aufgebaut. Bei Offen Evangelisch sind elf Projekte in ganz Österreich beteiligt.

„Wir befinden uns bei Offen Evangelisch in einem lebendigen Austauschprozess, und heute ist der persönliche Austausch wichtig“ betonte Dr. Ralf Grossman, einer der externen Berater bei Offen Evangelisch. Bei der Projektmesse solle es auch um die Hintergründe der einzelnen Projekte gehen: „Wie ist es ihnen bis jetzt ergangen?“, so der Professor für Organisationsentwicklung.

„Die Projektgruppen von „Wir sind Gemeinde“ stehen vor unterschiedlichen Aufgaben“ so Pfarrer Mag. Christian Fliegenschnee aus der Gemeinde Salzburg-Nördlicher Flachgau. „Durch Neubauten haben wir einen starken Zuzug von neuen Gemeindemitgliedern, die wir in die Gemeindearbeit einbinden wollen.“ In Ternitz/Niederösterreich konzentriere sich das Projekt auf junge Familien mit Kindern, und die Wiener Gemeinde Kaisermühlen und Kagran „will eine organisatorische Eigenständigkeit ausbauen und Verlebendigung erreichen“. Im Ganzen sei aber zu bemerken, so Fliegenschnee, dass der „Blick über den eigenen Tellerrand sehr gut ist und uns konkurrenzfähiger macht gegenüber anderen Anbietern von Sinnstiftung.“

Jazzbands, Theater und Ausstellungen: Räume zum Wohlfühlen

„Jazzbands, Kinder, Theater, Ausstellungen, Tagungen, der Kirchenchor und noch viel mehr. Wir wollen die Nutzungsbreite unserer Kirche erweitern und sie zu einem offenen Evangelischen Zentrum machen“, sagte Gerhard Hof, Projektleiter von „Wir sind Gemeinde“ der Innsbrucker Christuskirche. „Davon erwarten wir uns ein lebendiges Gemeindeleben und eine Stärkung der evangelischen Identität.“ Natürlich gehe es auch darum, Räume, die „unter der Woche häufig leer stehen, besser zu nutzen.“ „Einer unserer Schwerpunkte ist, die Identifikation der Mitglieder mit ihren Räumen zu erhöhen“, so Mag. Karin Berger aus Wien Floridsdorf. „Wir wollen zusammenführen, was zusammengehört.“

„Wo bleiben die 20- bis 40-jährigen Menschen?“ fragte Waltraud Kovacic von Marketing in der Gemeinde. „Wir wollen diese Zielgruppe erreichen und sie nicht den Freikirchen überlassen“ so die Projektleiterin aus Wien-Liesing. Es gehe auch darum, ein „angemessenes Marketingverständnis für die Kirche zu entwickeln und umzusetzen“ sagte Kurator Ernst Steinwender, Projektleiter der Superintendentur Kärnten. „Selbstverständlich“ müsse auch die Kirche Imagebildung und Marketing betreiben, „denn unsere Mitglieder zahlen ja auch einen Preis: den Kirchenbeitrag.“

Planungskultur und Spielräume

„Wir wollen optimierte und funktionale Strukturen für die Superintendentur und für Verbände innerhalb der Superintendentur aufbauen“ sagte Seniorin Mag. Lydia Burchhardt, Projektleiterin des Competence Center Projektes in Wien: „Einerseits soll Arbeit eingespart und delegiert werden, andererseits aber soll alles beim Alten bleiben.“ Das bringe natürlich Schwierigkeiten und „Brüskierungen“ mit sich, „und das haben wir auch schon bemerkt.“ Bei dem Competence Center in der Steiermark gehe es besonders darum, „Kompetenzen auszubauen, weiter zu entwickeln und zu konzentrieren“, so Dr. Peter Altmann, Projektleiter in der Steiermark und Leiter des Bildungshausen Deutschfeistritz. Es sollen „Planungskultur und Spielräume“ entwickelt werden. „Dazu bieten wir etwa Gemeindeberatung und Teamentwicklung an“, so Altmann.

Welche kirchlichen Tätigkeiten sind unverzichtbar?

„Das Aufregendste an unserer Projektgruppe ist sicherlich, wenn wir als Ergebnis eine qualitative und quantitative Personalstruktur unserer Kirche vorschlagen“, dies sagte Superintendent Mag. Paul Weiland, Projektleiter des Projektes Personalentwicklung. Das sei aber erst ganz am Schluss eines langen Arbeitsprozesses zu erwarten, „wenn wir dazu kommen“ räumte Weiland ein. Zunächst gehe es darum, strategisch zu arbeiten: „Welche Tätigkeiten sind für die Kirche unverzichtbar?“ Der Superintendent von Niederösterreich nannte beispielhaft die Seelsorge oder die spirituelle Begleitung. Von diesen Tätigkeiten „lassen sich dann die Funktionen beschreiben: welche Kernkompetenzen brauchen unsere MitarbeiterInnen, und welche Fortbildungsmöglichkeiten sind nötig?“ Weiland betonte, dass die Projektgruppe sich bei ihrer Arbeit die größtmögliche Freiheit zugestehe, „damit wir nicht von Blockierungen gebremst werden.“

ISSN 2222-2464