EHG: „Weg mit dem StudentInnen-Sparpaket“

„Nicht nachbessern, sondern zurück an den Start“

Wien (epd Ö) – Scharfe Kritik am Sparpaket der Regierung kommt auch von den Evangelischen Hochschulgemeinden in Österreich (EHG). „Im Interesse aller Studierenden und der Republik Österreich“ fordern die Hochschulgemeinden die Regierung auf, beim Sparpaket nicht nachzubessern, sondern „zurück an den Start“ zu gehen.

In einer Stellungnahme, die auf der Jahreskonferenz der Evangelischen Hochschulgemeinden am Samstag, 6. November, in Wien, verfasst wurde, weisen die VertreterInnen der Hochschulgemeinden auf „bisher kaum bedachte“ negative Folgen der Einschnitte hin. Später eingeschult werden werde ebenso bestraft wie auch nur „einmal sitzenbleiben“. Das Baccalaureat sei offenbar das von der Regierung erwünschte Normalstudium. „Wo bleibt der Vertrauensschutz für arbeitende Studierende bzw. Studierende mit Kindern, die sich ihr Studium neben ihrem Job bzw. ihrer Familie sehr genau bis zum 26. Lebensjahr einteilen mussten?“, fragt Hochschulpfarrerin Gerda Pfandl, die die Stellungnahme unterzeichnet hat. Diese Planung werde ohne Übergangsfristen „über Nacht zunichte gemacht“.

Sollte das „unsoziale Sparpaket“ umgesetzt werden, drängen laut EHG rund 20.000 junge Erwachsene zusätzlich auf den Arbeitsmarkt. Arbeitslosigkeit für junge Menschen nehme zu „in einem Bereich, in dem ohnehin Praktika und prekäre Arbeitsverhältnisse häufig sind“. Die Hochschulgemeinden warnen auch vor gravierenden Auswirkungen auf die Zivilgesellschaft. So werde ehrenamtliches Engagement neben dem Studium „endgültig praktisch unmöglich“.

Pfandl: „Wie viel menschliche Ressourcen werden verschleudert, wenn zahllose Studierende jetzt gezwungen sein werden, ihr fast fertiges Studium abzubrechen?“

ISSN 2222-2464