Ehemaliger Bischof Herwig Sturm feiert 70. Geburtstag

Der frühere evangelisch-lutherische Bischof Herwig Sturm, im Bild mit seiner Frau Gertrude, feiert am 15. August seinen 70. Geburtstag. (Foto: epd/M.Uschmann)
Der frühere evangelisch-lutherische Bischof Herwig Sturm, im Bild mit seiner Frau Gertrude, feiert am 15. August seinen 70. Geburtstag. (Foto: epd/M.Uschmann)

Bünker: „Herwig Sturm steht für eine offene und engagierte Kirche“

Wien (epdÖ) – Der ehemalige Bischof der Evangelisch-lutherischen Kirche in Österreich Herwig Sturm feiert am kommenden Mittwoch, den 15. August 2012, seinen 70. Geburtstag. „Herwig Sturm hat sich für eine offene, engagierte und an den Problemen der Zeit teilnehmende Kirche eingesetzt. Ökumenische Verbundenheit, öffentliche Wirksamkeit und Stärkung der evangelischen Frömmigkeit waren ihm ein besonderes Anliegen“, würdigt Bischof Michael Bünker seinen Vorgänger, der von 1996 bis 2007 das Leitungsamt innehatte. Sturms Amtsperiode war geprägt von der Vertiefung der ökumenischen Beziehungen. So war Sturm in den Jahren 2006 bis 2009 auch Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich.

In seine Zeit als Bischof und als Vorsitzender des ÖRKÖ fiel die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung in Graz (1997), die Erarbeitung der Charta Oecumenica (2001) und des Ökumenischen Sozialwortes (2003) sowie die engagierte und viel beachtete Beteiligung der österreichischen Delegation an der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Sibiu/Hermannstadt (2007). Bischof Sturm suchte aber auch bewusst den Kontakt zu den Nachbarkirchen, zum Lutherischen Weltbund und zur Gemeinschaft Europäischer Kirchen in Europa (GEKE). Bereits als Kärntner Superintendent war das Eintreten für Minderheiten, speziell für Migrantinnen und Migranten, ein großes Anliegen Herwig Sturms. Wichtige Themen waren für ihn der kirchliche Organisationsprozess „Offen evangelisch“, Spiritualität ebenso wie eine „Wirtschaft im Dienst des Lebens“ oder der Aufbau der Evangelischen Notfallseelsorge.

„Nicht zuletzt seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass die Evangelische Kirche zu diesen Fragen stets eine klare Position vertreten konnte. Mit seinem Wirken gewann die Evangelische Kirche ihr Profil und ihre Glaubwürdigkeit“, betont Bischof Bünker. Das Eintreten für Anliegen der Minderheiten wurde in Sturms Amtszeit „so etwas wie ein Markenzeichen der Evangelischen Kirche“, resümiert Bischof Bünker heute. Auch nach dem Übertritt in den Ruhestand hat sich Sturm im kirchlichen Bereich engagiert, etwa bei der geistlichen Betreuung des „Weges des Buches“ oder in der Ökumene.

Herwig Sturm wurde als drittes Kind des ehemaligen Superintendenten von Salzburg-Tirol Emil Sturm am 15. August 1942 im niederösterreichischen Lilienfeld geboren. Nach seinem Studium der Evangelischen Theologie in Wien, Heidelberg und Zürich wurde Sturm 1966 in Zell am See und im Jahr darauf in Lienz Vikar. 1968 wurde er in der Lutherischen Stadtkirche ins geistliche Amt ordiniert. Von 1968 bis 1980 wirkte Sturm als Pfarrer in Lienz und nebenberuflich als Militärpfarrer. 1980 nahm er eine Pfarrstelle an der Klagenfurter Christuskirche an, 1988 wurde er Superintendent von Kärnten und Osttirol. Im Oktober 1995 schließlich wurde Herwig Sturm zum Bischof der Evangelischen Kirche A.B. gewählt, er hatte dieses Amt von 1996 bis 2007 inne. In den Funktionsperioden 2006-2007 und 2008-2009 war Herwig Sturm Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ). Für seine Verdienste ist Sturm u.a. mit dem „Großen Goldenen Ehrenzeichen mit dem Stern“ der Republik Österreich und mit der „Elisabeth-Medaille“ der Caritas ausgezeichnet worden.

ISSN 2222-2464