Dietrich Bonhoeffer: ein „evangelischer Heiliger“

Es gäbe gute Gründe, in ihm einen evangelischen Heiligen zu sehen, so Bischof Michael Bünker in einem aktuellen Artikel für die Wochenzeitung "Die Furche". "Die Bedeutung Dietrich Bonhoeffers weist aber über die Person hinaus: Sie liegt ebenso in den theologischen Impulsen, die er trotz des gewaltsamen und vorzeitigen Endes seines Lebens setzen konnte." (Foto: Wikipedia/Deutsches Bundesarchiv)
Es gäbe gute Gründe, in ihm einen evangelischen Heiligen zu sehen, so Bischof Michael Bünker in einem aktuellen Artikel für die Wochenzeitung „Die Furche“. „Die Bedeutung Dietrich Bonhoeffers weist aber über die Person hinaus: Sie liegt ebenso in den theologischen Impulsen, die er trotz des gewaltsamen und vorzeitigen Endes seines Lebens setzen konnte.“ (Foto: Wikipedia/Deutsches Bundesarchiv)

Bischof Bünker würdigt Bonhoeffer anlässlich seines 70. Todestages

Wien (epdÖ) – Er war evangelischer Pfarrer, Theologe und Widerstandskämpfer. Am 9. April 1945 wurde er auch zum Märtyrer. Die Rede ist von Dietrich Bonhoeffer, dessen Todestag sich heuer zum 70. Mal jährt. In den letzten Kriegstagen wurde er auf persönlichen Befehl Adolf Hitlers im Konzentrationslager Flossenbürg erhängt. In der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Die Furche“ würdigt Bischof Michael Bünker Bonhoeffer. Es gäbe gute Gründe, in ihm einen evangelischen Heiligen zu sehen, so der Bischof. „Die Bedeutung Dietrich Bonhoeffers weist aber über die Person hinaus: Sie liegt ebenso in den theologischen Impulsen, die er trotz des gewaltsamen und vorzeitigen Endes seines Lebens setzen konnte.“ Konkret etwa im Gespräch zwischen den christlichen Konfessionen, im Dialog mit der säkularisierten Welt, aber auch bezüglich der Aufgabe der Christen der Welt und der Stellung der Kirche in den Herausforderungen der Zeit. „Nach 70 Jahren seines Todes zu gedenken heißt zugleich, das Potential an Verheißung und Zukunft zu entdecken, das mit seinem Leben und Wirken gegeben ist“, schreibt Bünker.

In seinem Artikel für „Die Furche“ weist der Bischof darauf hin, dass Bonhoeffer nicht immer auf Wohlwollen gestoßen sei und in den Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von vielen Theologen und Kirchenführern kritisch gesehen wurde. „In der Ökumene galt Bonhoeffer also gleich nach seiner Ermordung als Märtyrer. In Deutschland und in Bonhoeffers eigener Kirche war davon noch lange nicht die Rede. Wegen seiner Beteiligung an den Umsturzvorbereitungen, die in der Widerstandsgruppe in der militärischen Abwehr unter Admiral Wilhelm Canaris betrieben wurden, galt er noch lange nach Kriegsende als Landesverräter.“ So hätten sich etwa auch evangelische Pfarrer dagegen ausgesprochen, Straßen nach dem Märtyrer zu benennen. Bischöfe verweigerten die Teilnahme an Gedenkgottesdiensten.

Die „Einheit von Bonhoeffers politischem Handeln und seinem Glaubenszeugnis“ sei jedenfalls bis heute in beeindruckender Weise vorbildlich, meint Bünker. Den ganzen Artikel können Sie in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Die Furche“ lesen.

ISSN 2222-2464