Diakoniepreis 2019 geht nach Simmering und Wallern

Den Hauptreis erhielt heuer das Projekt „Inklusive Gemeinde“ der evangelischen Pfarrgemeinde Wien-Simmering. Foto: epd/Uschmann
Den Hauptreis erhielt heuer das Projekt „Inklusive Gemeinde“ der evangelischen Pfarrgemeinde Wien-Simmering. Foto: epd/Uschmann

Inklusives Gemeindeprojekt und Tagesstruktur für Senioren ausgezeichnet

Wien/Wallern (epdÖ) – Der Diakoniepreis geht heuer an zwei Projekte. Den Hauptreis erhält das Projekt „Inklusive Gemeinde“ der evangelischen Pfarrgemeinde Wien-Simmering, das die Teilhabe von Menschen mit unterschiedlichem sozialen Hintergrund am Gemeindeleben zum Ziel hat. Ein weiterer Preis wurde der Seniorentagesstruktur „Auszeit UHU“ der Pfarrgemeinde Wallern zugesprochen, das sich als ganzheitliches Betreuungsangebot für ältere Menschen versteht. Verliehen wurde der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Preis im Rahmen des Reformationsempfangs der Evangelischen Kirchen am Mittwoch, 23. Oktober, im Wiener Odeon-Theater. Der Diakoniepreis zeichnet laut Ausschreibung alljährlich Projekte aus, die mit „sichtbarem Innovationspotential“ auf die „Einbettung in die Sozialstrukturen vor Ort“ wert legen, gelungene Kommunikation mit kirchlichen und öffentlichen Partnern pflegen und auf Nachhaltigkeit achtgeben.

Gestiftet wurde der Preis von der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Deren Vertreter, Gerfried Kirchmeier, unterstrich beim Reformationsempfang den gesellschaftlichen Auftrag, den die Evangelische Kirche mit ihrem diakonischen Engagement verfolge. „Hilfe zur Selbsthilfe eröffnet Chancen für Menschen. Genau diese Menschen hat die Evangelische Kirche im Blick.“ Synodenpräsident Peter Krömer hofft auf den „Multiplikationseffekt“ des Preises, der andere Gemeinden und Einrichtungen dazu anregen solle, ähnliche Projekte zu etablieren.

Das Simmeringer Inklusionsprojekt basiert auf mehreren Elementen: Von demenzfreundlichen Gottesdiensten über Kooperationen mit Sozial- und Kultureinrichtungen im Grätzl bis zur Unterstützung von Asylsuchenden im Rechtsverfahren. Pfarrerin Anna Kampl, die den Preis stellvertretend für die Gemeinde im Süden Wiens entgegen nahm, sagte: „Der inklusive Gottesdienst steht bei uns im Zentrum. Wir freuen uns, dass so viele Menschen unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Orientierung bei uns zusammenkommen.“

In Wallern will man der drohenden Vereinsamung in einer alternden Gesellschaft entgegenwirken. Eingeladen werden die Seniorinnen und Senioren zu gemeinsamen Andachten, Gebeten, physiotherapeutischen Maßnahmen zur Sturzprophylaxe, Spiel und Gesang sowie zum gemeinsamen Frühstücken und Mittagessen. Bei der Preisvergabe im Odeon-Theater begründete Pfarrer Andreas Hochmeir die Initiative: „Die Vereinsamung nimmt zu. Nicht nur in Großstädten, auch in Wallern.“

Bilder von der Preisverleihung unter foto.evang.at

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ISSN 2222-2464