Diakonie: Zukunftsthemen durch politisches Geplänkel verspielt

Startschuss der Initiative „Machen wir uns stark“ – Chalupka: Jetzt bei Bildung, Integration und Pflege handeln

Wien (epd Ö) – Die Initiative „Machen wir uns stark“ hat am Mittwoch, 23. Juni, mit einigen Proponenten des Personenkomitees aus Kirche, Kultur, Wirtschaft und NGOs in einer Pressekonferenz in Wien den „Startschuss für Mobilisierung“ gegeben. Dem Netzwerk geht es vor allem um ein Umdenken in der Politik, um soziale Belange und Integration. Die Plattform hofft auf breite Beteiligung. Am 18. September soll es eine „parteiferne“ Willenskundgebung am Wiener Heldenplatz geben, das Programm soll im Sommer präsentiert werden.

„Ich unterstütze die Aktion, weil ich derzeit den Eindruck habe, dass die wesentlichen Themen Bildung, Integration und Pflege durch politisches Geplänkel verspielt werden“, erklärte Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich. Dies seien Themen, die die Zukunft bestimmen, und die Zeit zu handeln sei jetzt. Österreich brauche eine Bildungspolitik, die alle Menschen einbezieht und niemanden ausgrenzt sowie einen deutlichen Kurswechsel in der Fremdenpolitik, führte Chalupka aus. „Wir wollen eine Migrationspolitik, von der die österreichische Gesellschaft und Wirtschaft profitieren kann und in der Zuwanderer faire Chancen haben, weil sie als Bereicherung und nicht als Bedrohung gesehen werden.“ Weiters würden Investitionen in soziale Dienstleistungen wie Pflege benötigt: „Was wir jetzt nicht investieren, werden unsere Kinder zahlen müssen“, meinte der Diakonie-Direktor.

Die Initiative „Machen wir uns stark“ für Bildung, Arbeit und Zusammenleben rechnet in den kommenden Wochen mit „ein paar tausend“ Unterstützern, so Philipp Sonderegger von SOS Mitmensch. Bereits unterstützt wird die Aktion etwa vom evangelisch-lutherischen Bischof Michael Bünker, dem Kabarettisten Roland Düringer oder dem Musiker Willi Resetarits. Am 18. September findet auf dem Heldenplatz in Wien eine Willenskundgebung statt.

Mit der Initiative möchten die Proponenten aus Kultur, Wirtschaft und NGOs Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit bieten, sich zu beteiligen und sich für Zukunftsthemen stark zu machen. „Wir haben eine Verantwortung als Staatsbürger. Wir können nicht länger zuschauen oder im kleinen Kreis sudern“, erklärte Resetarits. Düringer möchte sich „für das Leben“ stark machen, erklärte er seine Motivation hinter dem Engagement: „Wir leben in einer sehr guten, aber schnellen Zeit. Dadurch haben wir aber auch die Möglichkeit, sehr schnell etwas zu verändern.“

Finanziert wird die – wie betont wurde „parteiferne“ – Kundgebung im September durch Kleinspenden über die Kampagnenwebseite www.machen-wir-uns-stark.at/. 3333 Personen, die jeweils 15 Euro spenden, werden hierfür benötigt. Sonderegger geht aber davon aus, dass es mehr Unterstützer werden. Eine Unterstützung ist übrigens auch ohne Spende möglich.

Nach dem offiziellen Startschuss am Mittwoch folgen auch Mobilisierungsveranstaltungen im Wiener U4 und im WUK. Das Bühnenprogramm der Kundgebung im September soll Mitte Juli vorgestellt werden. Ein Teil der Reden und künstlerischen Beiträge hierfür wird über das Internet ausgeschrieben und vom Publikum ausgewählt, erklärte Sonderegger.

Infos: www.machen-wir-uns-stark.at/

ISSN 2222-2464