Diakonie: Von inklusiver Schule profitieren alle Kinder

Inklusive Schule: Schwächere Kinder orientieren sich an den Stärkeren, beide entwickeln so soziale Kompetenz und ein höheres Selbstwertkonzept
Inklusive Schule: Schwächere Kinder orientieren sich an den Stärkeren, beide entwickeln so soziale Kompetenz und ein höheres Selbstwertkonzept

Gemeinsamer Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung gefordert

Salzburg (epdÖ) – Für einen gemeinsamen Schulbesuch von Kindern mit und ohne Behinderung sprach sich Martin Schenk, Sozialexperte der Diakonie Österreich, bei der „Zero Conference“ der Essl-Stiftung am 23. Jänner in Salzburg aus. „Es ist normal, dass es Menschen mit Behinderung gibt, deshalb ist eine Schule ohne Behinderte keine normale Schule“, so Schenk. „Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben in Österreich noch immer keinen Platz in einer gemeinsamen Schule. Denn das Recht auf inklusive Bildung gibt es einerseits nur für die Pflichtschulzeit, andererseits sind inklusive Schulen in vielen Regionen noch immer nicht flächendeckend vorhanden.“

Laut Diakonie liegt die Inklusionsquote zwischen 82 Prozent in der Steiermark und 32 Prozent in Niederösterreich. In den vergangenen 25 Jahren seien vor allem Elterninitiativen dafür verantwortlich gewesen, dass Kinder mit Behinderung auch in integrative Regelschulen gehen konnten. Ab der neunten Schulstufe sei es derzeit aber nur auf Grundlage eines Schulversuchs möglich, eine inklusive Schule zu besuchen. Es brauche dringend eine Weiterentwicklung, ist Schenk überzeugt.

Ein Bericht des Unterrichtsministeriums belege zudem, dass eine gemeinsame Schule Vorteile für alle Kinder bringe und eine Nivellierung nach unten nicht stattfinde. Vielmehr würden sich schwächere Kinder an den Stärkeren orientieren und so soziale Kompetenz und ein höheres Selbstwertkonzept entwickeln. „Inklusion kann allen nützen. Die Starken verlieren nicht. Sie profitieren von den Lernbedingungen, die den Schwachen helfen. Das zeigen alle Schulvergleichsstudien“, erklärt Sozialexperte Schenk. Dies sei aber nur dann möglich, wenn die finanziellen Mittel für inklusive Schulen nicht weiterhin gekürzt würden.

ISSN 2222-2464