Diakonie und Nikolausstiftung fordern einheitliche Regeln für Kindergärten

Mehr Wertschätzung für PadagogInnen fordert Ulrike Rehulka, Geschäftsführerin der Kindergärten und Schulen der Diakonie-Bildung. Foto: epd/M. Uschmann
Mehr Wertschätzung für PadagogInnen fordert Ulrike Rehulka, Geschäftsführerin der Kindergärten und Schulen der Diakonie-Bildung. Foto: epd/M. Uschmann

Appell an Regierung zum „Tag der Elementarpädagogik“ am 24. Jänner

Wien (epdÖ) – „Kindern gerecht zu werden und sie bestmöglich zu fördern, dafür brauchen wir gute Rahmenbedingungen“, fordert Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich, anlässlich des „Tages der Elementarpädagogik“ am Mittwoch, 24. Jänner. Deshalb sei es notwendig, österreichweit einheitliche und verbesserte Rahmenbedingungen zu schaffen: „Mehr Zeit für jedes Kind, die Vorbereitungszeit der PädagogInnen erhöhen, mehr Möglichkeit zur Inklusion von Kindern mit Behinderungen“, betont auch Ulrike Rehulka, Geschäftsführerin der Kindergärten und Schulen der Diakonie-Bildung.

Gerade am Anfang des Kindergartenjahres stünden Beziehungsarbeit und das Zusammenwachsen an erster Stelle, heißt es von Seiten der Diakonie weiter. Dies erfordere Einfühlungsvermögen, Geduld und auch viel Kommunikation mit Eltern und anderen Familienangehörigen. Die individuelle Förderung der Kinder stehe von Anfang an im Mittelpunkt der Erziehungs- und Bildungsarbeit im Kindergarten. Kinder im Volksschulalter wiederum erlebten den Umstieg in die zweite Bildungseinrichtung ihres Lebens und gelangten somit wieder in eine andere sensible Phase ihres Lebens mit neuen Freundschaften und einem neuen sozialen Umfeld. „All dies begleiten die PädagogInnen in unseren familienergänzenden Kindergärten und Horten täglich mit großem Engagement“, erklärt Rehulka und fordert eine größere Wertschätzung der pädagogischen Arbeit.

St. Nikolausstiftung: Große Unterschiede in Bundesländern

Eine bundesweit einheitliche Regelung für Kindergärten fordert zum Tag der Elementarpädagogik auch die katholische St. Nikolausstiftung der Erzdiözese Wien. Nur so könne Chancengleichheit geschaffen werden, denn die Bildungskarrieren von Kindern seien in Österreich immer noch von deren sozialer Herkunft und den Rahmenbedingungen des jeweiligen Bundeslandes beeinflusst, hält die Stiftung fest. „Vom Grundsatz, dass jedes Kind gleich viel wert ist, ist Österreich weit entfernt“, unterstreichen die Verantwortlichen. Den beitragsfreien Kindergarten etwa gebe es derzeit nur in Wien; in Oberösterreich ist ab Februar die Nachmittagsbetreuung wieder kostenpflichtig, in Vorarlberg gibt es ein kostenpflichtiges Grundangebot am Vormittag und ein Erweiterungsangebot für berufstätige Eltern am Nachmittag. Zugleich begrüßt die St. Nikolausstiftung die Entscheidung der neuen Bundesregierung, die Elementarpädagogik im Bildungsministerium zu verankern.

Die Diakonie Bildung betreibt zehn evangelische Kinderbetreuungseinrichtungen für Kinder von eins bis sechs Jahren sowie mehrere Schulen und Tagesheime in Wien und Niederösterreich. Zur St. Nikolausstiftung der Erzdiözese Wien gehören derzeit 85 Kindergärten und Horte in ganz Wien.

Schlagworte: | |

ISSN 2222-2464