Diakonie sucht leistbaren Wohnraum für Flüchtlinge

Weil die Kapazitäten der öffentlichen Einrichtungen überlastet sind und auch der Vorrat an privaten Quartieren erschöpft ist, sucht die Diakonie dringend leistbaren Wohnraum für Flüchtlinge. Foto: morguefile
Weil die Kapazitäten der öffentlichen Einrichtungen überlastet sind und auch der Vorrat an privaten Quartieren erschöpft ist, sucht die Diakonie dringend leistbaren Wohnraum für Flüchtlinge. Foto: morguefile

Rund 1800 AsylwerberInnen wohnen in Niederösterreich und Wien bei Privatpersonen

Wien (epdÖ) – Ein Dach über dem Kopf, ein Ort, wo Flüchtlingsfamilien sicher zusammen sein können – das ist alles, was sich viele Flüchtlinge in Österreich derzeit angesichts des nahenden Winters wünschen. Zugleich sind die Kapazitäten der öffentlichen Einrichtungen überlastet. Zahlreiche ÖsterreicherInnen bieten mittlerweile privaten Wohnraum an, um die Not ein wenig zu lindern.

Die Wohnberatung der Diakonie unterstützt diese privaten Initiativen und versteht sich als Vermittlerin zwischen Menschen, die eine Wohnung suchen, und Menschen, die Wohnplätze anbieten. Über 1800 Personen seien allein in Niederösterreich und Wien auf diesem Weg in private Unterkünfte vermittelt worden. „Der Bedarf liegt aber um vieles höher. Jeden Tag müssen wir Menschen auf morgen vertrösten“, berichtet Birgit Koller, Leiterin der Wohnbera-tung der Diakonie. „Aktuell suchen wir wieder Wohnungen, denn viele sind noch immer obdachlos oder wohnen seit Wochen ohne Dusche und privaten Rückzugsraum in Notquartieren.“ Gleichzeitig sei der Vorrat an Wohnungen jetzt erschöpft, und die Diakonie sei wieder auf der Suche nach freien Wohnungen von Privatpersonen, die bereit sind, ihren eigenen Raum mit Asylsuchenden zu teilen oder freistehenden Wohnraum für Flüchtlingsfamilien zur Verfügung zu stellen.

„Wir sind bei der Suche nach leistbarem Wohnraum auf die Mithilfe der ÖsterreicherInnen angewiesen“, so Koller. Die Wohnberatung der Diakonie organisiert an einigen Nachmittagen so genannte „Kennenlerntreffen“. „Wir wollen so beiden Seiten die Chance geben, miteinander in ersten Kontakt zu treten“, beschreibt Koller den Ablauf der Vermittlung. Im Idealfall hat am Ende dieses Nachmittages für eine weitere Familie die Herbergssuche – vorerst – ein Ende.

Auf Grund des großen Bedarfs bietet der Diakonie Flüchtlingsdienst seit kurzem auch Wohnberatung im Burgenland, in Kärnten und Tirol an. Kontaktdaten für Wohnungsvermittlung in Niederösterreich, Wien, dem Burgenland, Kärnten und Tirol sind auf der Website der Diakonie unter www.diakonie.at/wohnraumspende zu finden. In den restlichen Bundesländern bieten andere NGOs die Vermittlung von Wohnraum für Flüchtlinge an.

ISSN 2222-2464