Diakonie startet Kampagne für „Jugendliche ohne Zukunft“

Die Plakate der Kampagne "Hoffnungsträger" sollen auf Jugenarbeitslosigkeit, Schulabbruch und Hoffnungslosigkeit aufmerksam machen.
Die Plakate der Kampagne "Hoffnungsträger" sollen auf Jugenarbeitslosigkeit, Schulabbruch und Hoffnungslosigkeit aufmerksam machen.

Jugendarbeitslosigkeit, Schulabbruch und Hoffnungslosigkeit sollen bekämpft werden – Sozialexperte Schenk: Sozialinvestitionen lohnen sich

Wien (epdÖ) – Die Diakonie hat eine Plakatkampagne unter dem Titel „Hoffnungsträger“ gestartet und möchte damit „mit Nachdruck auf Jugendarbeitslosigkeit, Schulabbruch und Hoffnungslosigkeit hinweisen“. Diakonie-Sozialexperte Martin Schenk betonte am Freitag, 4. November, bei einer Pressekonferenz: „Niemand darf verloren gehen.“ Es gehe darum, die Schnittstellen zwischen Schule, sozialer Arbeit und Ausbildung zu schließen und „präventiv und frühzeitig zu helfen“. Gleichzeitig forderte Schenk einen „Rettungsschirm“ für Kinder und Jugendliche.

Laut Diakonie brechen 10.000 Jugendliche jedes Jahr vorzeitig die Schule ab. 30.000 Kinder und Jugendliche seien auf Unterstützung der Jugendwohlfahrt angewiesen. 148.000 Jugendliche unter 19 Jahren in Österreich seien „manifest arm“ und müssten somit unter sozial bedrückenden Verhältnissen leben. Außerdem verschärfe sich in ganz Europa wegen der Finanzkrise die Situation für Jugendliche am Arbeitsmarkt.

„Mangelnde Investitionen und Hilfe erzeugen soziale und gesellschaftliche Kosten“, warnte Schenk vor politischer Untätigkeit. „Eine höhere Schulabbrecher-Quote beispielsweise erzeugt durch steigende Sozialausgaben, höhere Gesundheitskosten und entgangene Steuereinnahmen Kosten von 3 Milliarden Euro bei 10.000 ‚Drop-Outs‘.“ Soziales und bildungspolitisches Engagement zahle sich demgegenüber aus – je früher, desto besser, so Schenk weiter. Investitionen im frühkindlichen Bereich hätten laut Nobelpreisträger James Heckman den größten Effekt.

Die Diakonie trägt dem Rechnung: In Oberösterreich fange das „Zentrum Spattstraße“ der Diakonie in Linz junge Mädchen und Burschen in ihrer Krisen- und Notschlafstelle „Waki“ auf, investiere in frühe Hilfe für Eltern und begleite Kinder im Pflichtschulalter mit intensiver pädagogischer und bei Bedarf auch therapeutischer Unterstützung. In Kärnten unterstützt das Projekt „Jobcoaching“ seit März 2011 Jugendliche, die in einer sozialpädagogischen Einrichtung der Diakonie leben und Schwierigkeiten haben, einen Ausbildungsplatz zu finden. Beide Beispiele stünden für Unterstützung ohne Hürden und seien lebensnah, flexibel und unbürokratisch, sagte Martin Schenk. Die Diakonie schlägt einen Aktionsplan vor, der Bildungs-, Sozial- und Wirtschaftsministerium sowie Jugendagenden zusammenführt und Schule, Sozialarbeit und Ausbildung koordiniert.

(Informationen: http://www.diakonie.at)

ISSN 2222-2464