Diakonie: Seit bald acht Jahren humanitäre Notlage in Syrien

5,6 Millionen sind laut Zahlen der UN aus Syrien ins Ausland geflohen, über sechs Millionen im Land mussten ihre zerstörten Häuser verlassen. Foto: pixabay
5,6 Millionen sind laut Zahlen der UN aus Syrien ins Ausland geflohen, über sechs Millionen im Land mussten ihre zerstörten Häuser verlassen. Foto: pixabay

Über fünf Millionen Menschen auf der Flucht

Damaskus/Wien (epdÖ) – Auf die weiterhin prekäre humanitäre Lage im Bürgerkriegsland Syrien macht die Diakonie Österreich zum Internationalen Tag der Humanitären Hilfe am Sonntag, 19. August, aufmerksam. Seit bald acht Jahren kommt es in dem rund 18 Millionen EinwohnerInnen zählenden Land zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen, verschiedenen oppositionellen Verbänden und islamistischen Milizen.

Chalupka: „Je länger der Konflikt dauert, desto mehr wächst die humanitäre Not“

„Flüchtlinge werden immer erst Thema, wenn sie an europäischen Grenzen stehen. Dass fern unserer Augen Kriegskinder Hunger leiden und keine Schule besuchen können, ist unserer Zeit und Welt unwürdig“, kritisiert Diakonie-Direktor Michael Chalupka. Deshalb dürfe Hilfe vor Ort „keine leere Worthülse bleiben, die an Stelle der politischen Verantwortung steht“, so Chalupka. „Die Menschen harren seit Jahren in Flüchtlingscamps und Blechhütten aus. Ihre Reserven sind längst aufgebraucht, und mit den Reserven schwindet die Hoffnung. Je länger der Konflikt andauert, desto mehr wächst die humanitäre Not“

Appell an Kanzler Kurz

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist seit dem Ausbruch des Syrienkonflikts in der Humanitären Hilfe in Syrien und in den angrenzenden Nachbarstaaten Türkei, Jordanien, Libanon und Irak tätig. Als Teil des weltweiten Hilfsnetzwerks ACT Alliance arbeitet die Diakonie mit lokalen Partnerorganisationen und internationalen NGOs zusammen. Über das Netzwerk der Diakonie Katastrophenhilfe konnten seit 2012 rund eine Million Flüchtlinge in der Region erreicht werden.

Chalupka erinnert zudem die von der ÖVP geführte Bundesregierung an deren Versprechen aus dem Wahlkampf 2017, den Auslandskatastrophenfonds auf 60 Millionen Euro zu erhöhen – was nicht eingelöst wurde: „Politische Versprechungen haben den Vorteil, dass sie nicht verjähren. Auch wenn das Versprechen aus dem Wahlkampf stammt, ist es immer noch möglich, es umzusetzen. Dazu fordern wir Bundeskanzler Sebastian Kurz auf.“

Über 5 Millionen SyrerInnen in Nachbarländern auf der Flucht

Laut Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte vom März 2018 sind seit Ausbruch des Krieges im Jahr 2011 mehr als 500.000 Menschen getötet worden, davon mehr als 100.000 Zivilisten. Die Vereinten Nationen schätzen die Zahl der aus Syrien geflüchteten Personen auf 5,6 Millionen, mehr als 6 Millionen seien im Landesinneren aus ihren Häusern vertrieben. Den Hauptteil der ins Ausland Geflüchteten übernehmen die Türkei (rund 3,5 Millionen), der Libanon (rund 1 Million), Jordanien (rund 670.000) und der Irak (rund 250.000). In Österreich haben seit Beginn des Syrienkrieges etwa 50.000 syrische Flüchtlinge um Asyl angesucht, knapp 40.000 wurde es bewilligt, wie Zahlen des Innenministeriums zeigen.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden, um weiterhin vor Ort helfen zu können:

IBAN: AT85 2011 1287 1196 6333 (Erste Bank)

BIC: GIBAATWWXXX

Spendenkennwort: Hilft vor Ort

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ISSN 2222-2464