Diakonie kritisiert Integrationspaket

Chalupka: Wir haben mit Sicherheit bessere Argumente, wurden aber nicht gehört

Wien, 10. Juli 2002 (epd Ö) „Das derzeit im Nationalrat vorliegende Integrationspaket ist ein Paket wider besseres Wissen und wider bessere Erfahrung,“ bedauert Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich, in einer Aussendung vom vergangenen Dienstag. „Wir haben bei den Deutschkursen, am Arbeitsmarkt, beim Wohnen und bei Mitbestimmung mit Sicherheit die besseren Argumente, die größere Erfahrung in der Praxis und die europaweit vergleichende Expertise,“ so Chalupka. Das alles sei bei der Erstellung des Integrationspakets nicht gefragt gewesen.

Integrationspaket ist „symbolische Politik“

„Offensichtlich geht es nicht um gute Modelle“, so Chalupka weiter. „Es geht um symbolische Politik, und es geht um rhetorische Selbstvergewisserung. Es geht nicht ums Deutsch-Lernen. Dann müssten mindestens 600 Unterrichtsstunden angeboten werden. Es geht nicht um eine Verbesserung der sozialen Situation. Dann müsste der Ausschluss vom Arbeitsmarkt, der Sozialhilfe, der Notstandshilfe, des Familiennachzugs zum Thema gemacht werden.“ Integration sei die Herstellung von Chancengleichheit im sozialen, politischen und gesellschaftlichen Leben. Chalupka: „Integration umfasst den sozialen Aufstieg von MigrantInnen, Gleichberechtigung und den Schutz vor Diskriminierung. Das kann ich bei dem zur Debatte stehenden so genannten Integrationspaket nicht erkennen.“

ISSN 2222-2464