Diakonie: Irakhilfe nicht instrumentalisieren

Chalupka: Internationale Hilfe im Irak darf nicht am Gängelband der USA hängen – Für deutliche Trennung von militärischer Aktion und humanitärer Hilfe

Wien, 20. März 2003 (epd Ö) Das Hilfswerk der Internationalen Diakonie ACT (Action Churches Together) wird für seine humanitäre Hilfe im Irak-Krieg keine Mittel von Regierungen annehmen, die militärische oder geopolitische Interessen in diesem Krieg verfolgen, und die Hilfe mit strategischen Zielen und Auflagen verbinden. Das kündigte Diakonie-Direktor Michael Chalupka in einer Aussendung an.

Die internationale Hilfe im Irak dürfe „nicht am Gängelband der USA hängen“. „Aus ethischen Gründen können wir es nicht verantworten, Geld von jenen Nationen zu verwenden, die den Krieg in das Land bringen, und dann die Auswirkungen desselben unter dem Stichwort `Humanitäre Hilfe´ wieder aufbauen“, erklärt der Diakonie-Direktor die Entscheidung. Es handle sich dabei um „keine moralische Trotzreaktion“. Vielmehr gehe es darum, eine klare Trennung von militärischer Aktion und humanitärer Hilfe zu gewährleisten, wie es der Maxime des Völkerrechts entspreche. „Humanitäre Hilfe darf nicht instrumentalisiert werden“, so Chalupka. Für das Netzwerk der Diakonie stelle dies eine große Herausforderung dar, da bislang viele Mittel für internationale Hilfsaktionen der Diakonie vor allem über die amerikanischen und britischen Mitglieder im ACT-Verbund eingeflossen seien. „Wir sind dankbar, dass das von vielen unserer SpenderInnen so gesehen wird und wir dadurch der Bevölkerung im Irak sowie in vielen anderen Ländern wirksam helfen können.“

Die USA seien dabei, diesen im Völkerrecht und den Genfer Rot-Kreuz-Abkommen geregelten Weg zu verlassen und amerikanische Hilfsorganisationen, die für ihre Arbeit Geld von der US-Regierung erhalten, strategisch einzubinden. „Die USA sind als kriegsführende Partei bemüht, die Koordination der staatlichen und privaten internationalen Hilfe an sich zu ziehen“, so der Diakonie-Direktor. Diese Rolle stehe aber traditionell und per Mandat den Vereinten Nationen zu, verdeutlichte Chalupka.

„Die Diakonie Katastrophenhilfe setzt sich mit ihrem internationalen Hilfsnetz ACT nachdrücklich dafür ein, dass auch in diesem Krieg die Vereinten Nationen mit ihren international verabredeten und anerkannten Mechanismen und Strukturen die weltweite Hilfe koordinieren.“

Für die Hilfen in den Ländern des Mittleren und Nahen Ostens bittet die Diakonie dringend um Spenden auf das Konto der PSK 23.13.300 BLZ 60.000, Kennwort „Irak“. Für Online-Spenden findet sich auf der Diakonie-Homepage diakonie.at ein Link zu meinespende.at.

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ISSN 2222-2464