Diakonie gegen Kürzungen der Mindestsicherung für Familien

Von Armut betroffene oder gefährdete Kinder laden zehnmal seltener Freunde ein als andere Kinder, verweist die Diakonie auf statistische Ergebnisse. Foto: pixabay
Von Armut betroffene oder gefährdete Kinder laden zehnmal seltener Freunde ein als andere Kinder, verweist die Diakonie auf statistische Ergebnisse. Foto: pixabay

Hohe Gefahr für sozialen Ausschluss von Kindern

Wien (epdÖ) – Kritik an geplanten Verschärfungen der Regierung bei der bedarfsorientierten Mindestsicherung kommt von der Diakonie Österreich. Besonders die Kürzungen für Familien mit mehreren Kindern bemängelt die evangelische Hilfseinrichtung: „Kinder und Jugendliche, die in Haushalten mit niedrigem Einkommen aufwachsen, haben jetzt schon massive Nachteile, die in mehreren Bereichen sichtbar werden“, sagt Diakonie-Direktorin Moser in einer Aussendung. Die Gefahr des sozialen Ausschlusses bei Kindern zeige sich daran, dass von Armut betroffene oder gefährdete Kinder bis zu zehnmal seltener Freunde einladen als andere Kinder. Auch könnten sie zwanzigmal seltener Feste feiern oder an kostenpflichtigen Schulaktivitäten teilnehmen. Der Mindestsicherungs-Entwurf, der am Mittwoch, 28. November, im Ministerrat beschlossen werden sollte, sieht gestaffelte Beträge für Kinder vor: für das erste Kind 25 Prozent, für das zweite Kind 15 Prozent und ab dem dritten Kind 5 Prozent des Netto-Ausgleichszulagenrichtsatzes von 863 Euro. Weitere Kürzungen sieht die Regierung für Menschen mit mangelnden Deutschkenntnissen vor. Diakonie-Direktorin Moser: „Wir haben eine gute Konjunktur mit Spielräumen im Budget – jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Maßnahmen zu setzen, die Armut reduzieren. Dass ausgerechnet jetzt über Einsparungen beim untersten sozialen Netz diskutiert wird, kann einen nur wundern.“

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ISSN 2222-2464